Everglades: Tigerpythons bedrohen Säugetiere - DER SPIEGEL
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Florida Tigerpythons bedrohen Säugetiere der Everglades

Meterlange Tigerpythons schlängeln sich durch die Everglades von Florida. Die Schlangen fressen Vögel, Kaninchen und machen nicht einmal vor Luchsen halt. Forscher befürchten, dass sich die eingeschleppte Art nicht mehr vertreiben lässt.
Problem Tigerpython: Unwahrscheinlich, dass ihre weitere Ausbreitung verhindert werden kann
Problem Tigerpython: Unwahrscheinlich, dass ihre weitere Ausbreitung verhindert werden kann

Problem Tigerpython: Unwahrscheinlich, dass ihre weitere Ausbreitung verhindert werden kann

Foto: Zentralbild/ dpa
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Gainesville - In den Everglades von Florida startete die Naturschutzkommission vor zwei Jahren einen ungewöhnlichen Jagdwettbewerb: Bei der "Python Challenge 2013 " waren Hobbyjäger aufgerufen, die Schlangen aus dem Nationalpark zu fangen. Ziel war es, die Menschen darüber aufzuklären, wie sehr Tigerpythons die Tierwelt und das Ökosystem der Everglades bedrohen.

Wie groß der Einfluss der eingeschleppten Art auf die heimische Tierwelt tatsächlich ist, hat nun ein Team von Wissenschaftlern um Robert A. McCleery von der University of Florida in Gainesville bestätigt. Die Biologen hatten 26 Marschkaninchen in den Everglades ausgesetzt und per Funk verfolgt. Nach nicht einmal einem Jahr waren 22 von ihnen tot, berichten die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B".

Anhand der Überreste bestimmten McCleery und Kollegen die Todesursache. Während im Everglades-Nationalpark 17 der 22 getöteten Kaninchen Opfer eines Tigerpythons wurden, war es in einem Kontrollgebiet in der Nähe der Everglades kein einziges. Stattdessen waren die Jäger dort zu 71 Prozent andere Säugetiere oder beispielsweise Klapperschlangen. Damit ist die Vermutung, dass die Pythons in dem Nationalpark den Kaninchenbestand stark dezimieren, erstmalig konkret belegt.

Jagd auf Tigerpythons: Die Schlangen gefährden in den Everglades heimische Tiere

Jagd auf Tigerpythons: Die Schlangen gefährden in den Everglades heimische Tiere

Foto: Alan Diaz/ AP

Keine Chance auf Abwanderung

Tigerpythons gelangten bereits vor Jahren durch versehentlich oder absichtlich freigelassene privat gehaltene Tiere in die Everglades. "Die Pythons richten Amerikas schönstes und reichstes Ökosystem zugrunde", klagte Marcia McNutt, Leiterin der US-Behörde für Geologie (USGS) bereits 2012. Zwischenzeitlich schätzten Experten die Zahl des Dunklen Tigerpythons (Python molurus bivittatus) im Everglades-Nationalpark auf mehr als 10.000 Exemplare.

Bei einer intensiven Tierzählung im Nationalpark , deren Ergebnis 2012 veröffentlicht wurde, kamen Wissenschaftler auf erschreckende Zahlen: Im Vergleich zur Mitte der Neunzigerjahre seien 99 Prozent der Waschbären und Opossums sowie 88 Prozent der heimischen Rotluchse verschwunden.

McCleery und Kollegen halten es für unwahrscheinlich, dass Säugetiere sich wieder in den Everglades vermehren werden, solange die asiatische Würgeschlange dort jagt: "Denn Pythons sind fähig, in einer Umgebung zu bestehen, indem sie sich auf andere Beutetiere umstellen und lange Zeit ohne Nahrung auskommen können."

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Pythons: Riesenschlangen-Invasion in den Everglades

Foto: Florida Museum of Natural History / Kristen Grace

Gordon Rodda von der US-Behörde für Geologie ist skeptisch, dass es möglich sein wird, die eingeschleppten Schlangen wieder loszuwerden: "Es gibt kein Beispiel dafür, dass eine nicht einheimische Art wie der Tigerpython von Menschenhand ausgerottet werden konnte", sagte er 2012.

nik/dpa