Experten warnen Erdbeben nähern sich Istanbul
Die Gefahr durch Erdbeben in der Türkei wird sich weiter verschärfen, warnen Experten. In Zukunft würden die Beben der Millionenstadt Istanbul immer näher kommen.
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Erschütterungen bis zur Stärke sieben auf der Richterskala seien jederzeit möglich, sagten Geowissenschaftler am Dienstag in München bei einem Treffen zur weltweiten Gefährdung durch Erdbeben und Vulkanausbrüche. Zudem würden die nächsten Beben immer näher in Richtung Istanbul wandern, so Heiner Igel, Projektleiter des "Internationalen Qualitätsnetz Georisiken".
Die Türkei befinde sich in einem Gebiet mit starken Verwerfungen, die Beben rückten immer weiter nach Westen. Erst vor wenigen Tagen kostete ein Erdbeben der Stärke sechs, das sich 250 Kilometer südwestlich der türkischen Hauptstadt Ankara ereignete, 43 Menschen das Leben.
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Die Wissenschaftler können bisher nur wenig zur Rettung der Menschen beitragen. Zwar kennen sie die gefährdeten Regionen mittlerweile genau. "Nur wann die Katastrophen stattfinden, wissen wir nicht", räumt der Münchner Forscher Bruce Dingwell ein. Frühere Hoffnungen auf genaue Voraussagen durch physikalische Phänomene hätten sich als trügerisch erwiesen.
Auf Basis von Computersimulationen erstellen die Forscher jetzt Gefährdungskarten für Erdbeben und Vulkanausbrüche. Problematisch sei vor allem die dichte Besiedlung vieler Risikogebiete. Hinzu komme die Klimaerwärmung, die gefährdete Regionen zusätzlich destabilisiere.
Vulkanausbrüche und Erdbeben verursachen nach Angaben der Münchner Rückversicherung weltweit jährlich Schäden zwischen zehn und 30 Milliarden Dollar. Seit 1959 seien die Schadenssummen drastisch angestiegen. Die Karten der Geowissenschaftler bieten nach Ansicht der Rückversicherer eine gute Grundlage für die Abschätzung künftiger Schäden.