Fischfang: Konferenz soll Thunfisch retten - DER SPIEGEL
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Fischfang Konferenz soll Thunfisch retten

Die Thunfisch-Bestände sind dramatisch gesunken - mancherorts um bis zu 90 Prozent. Umweltschützer fordern eine radikale Wende in der Fischereipolitik. Auf einer internationalen Konferenz sollen jetzt Maßnahmen beschlossen werden.
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Kobe/Tokio - "Die Thunfisch-Bestände sind überfischt, und wir müssen dieses Problem aus globaler Sicht angehen", sagte Toshiro Shirasu, Generaldirektor des japanischen Fischereiamts. Er sprach zum Auftakt der Konferenz in der Hafenstadt Kobe vor rund 300 Vertretern der Fischfangindustrie und Regierungen aus rund 60 Ländern und Regionen.

Die bis zum 26. Januar dauernde Konferenz führt erstmals die fünf regionalen Kommissionen zum Thunfischschutz zusammen. Gastgeber Japan, der größte Thunfischkonsument der Welt, ist das einzige Land, das allen fünf Kommissionen angehört.

Umweltschutzorganisationen, die als Beobachter an der Konferenz teilnehmen, fordern die Regierungen zum sofortigen Schutz der Thunfische auf. Einer Studie des WWF zufolge zählen die Tiere zu den am stärksten überfischten Arten der Weltmeere. Im Indischen Ozean sei der Bestand des Roten Thuns bereits um 90 Prozent geschrumpft. Die Zahl der erwachsenen atlantischen Blauflossen-Thunfische auf 19 Prozent des Niveaus von 1975 gesunken, wie im Jahr 2004 erhobene Daten besagten. Ähnlich alarmierend sei auch die Situation im Mittelmeer.

Der WWF forderte anlässlich der Konferenz in Kobe eine "radikale Wende" in der Fischereipolitik. "Die internationalen Abkommen zum Schutz des Thunfischs haben bislang versagt", erklärte WWF-Expertin Karoline Schacht. Man hoffe auf ein starkes Signal aus Japan. "Sonst verschwindet der Thunfisch aus den Meeren."

Ob die Beschlüsse einer Konferenz eine Wende bringen könne, ist allerdings fraglich, da insbesondere die illegale Fischerei als ein Auslöser des starken Rückgangs der Thunfisch-Bestände gilt. WWF-Mitarbeiter Alistair Graham äußerte sich dennoch optimistisch: "Zum ersten Mal herrscht grundsätzliche Einigkeit unter den Regierungen, dass etwas Bedeutendes getan werden muss."

Der Thunfisch ist nicht die einzige Tierart, die vom Fischfang bedroht ist. Erst im November haben Forscher Berechnungen veröffentlicht, denen zufolge schon im Jahr 2048 sämtliche Bestände von Speisefischen und Meeresfrüchten kollabiert sein könnten, sollte kein Umdenken in der Fischereipolitik stattfinden. Unabhängige Experten bezweifelten diese Prognose zwar. Doch neben dem Fischfang setzen auch Umweltverschmutzung und Klimawandel den Meeresbewohnern zu. Wissenschaftler sprechen inzwischen vom größten Massensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier.

mbe/dpa/AP

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