Florida: Rekord-Python in den Everglades gefangen - DER SPIEGEL
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Riesenschlange Rekord-Python in den Everglades gefangen

Pythons haben in nur 30 Jahren die Herrschaft über die Everglades errungen - und dabei große Teile der einheimischen Tierwelt vernichtet. Jetzt haben Wissenschaftler in Florida den bisher größten Python gefangen. Der Koloss ist fast fünfeinhalb Meter lang und könnte sogar Alligatoren verspeisen.
Riesenschlange: Rekord-Python in den Everglades gefangen
Riesenschlange: Rekord-Python in den Everglades gefangen

Riesenschlange: Rekord-Python in den Everglades gefangen

Foto: Florida Museum of Natural History / Kristen Grace
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Washington - Wissenschaftler haben die bislang größte Pythonschlange in Florida gefangen. Das Tier ist 5,36 Meter lang und 74 Kilogramm schwer. Es lebte in den Everglades, den Sümpfen des US-Bundesstaats, und wurde nach US-Medienberichten eingeschläfert. "Das Ding ist ein Monstrum, es ist etwa einen Fuß (30 Zentimeter) breit", zitierte die Universität Florida den Forscher Kenneth Krysko. Nun wird das mächtige Reptil genau erforscht. Dies soll helfen, die Invasion seiner Artgenossen aufzuhalten. Denn die aus Asien importierten Schlangen bedrohen die in den Everglades heimischen Tierarten.

Die Schlange hatte sich bester Gesundheit erfreut und Nachwuchs erwartet: Im Körper des Reptils waren 87 Eier, berichteten die Wissenschaftler. Im Magen fanden sie außerdem die Reste von Federn. Die Experten hoffen, mehr über die Fress- und Fortpflanzungsgewohnheiten der Würgeschlangen zu erfahren. Vor allem über die Vermehrung sei bislang nur wenig bekannt, sagte der Biologe Skip Snow vom Everglades National Park. Der Tigerpython sei ein äußerst fortpflanzungsfreudiges Reptil.

Die Länge von mehr als fünf Metern sei ein Zeichen, dass diese Schlangen lange in der Wildnis in Florida überleben können, so Krysko. "Nichts kann sie aufhalten, und die einheimische Tierwelt ist in großen Schwierigkeiten." Die Würgeschlangen fressen Vögel, Waschbären, sogar Alligatoren und kleine Hirsche.

Eingeschleppte Würgeschlangen haben Everglades erobert

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Pythons: Riesenschlangen-Invasion in den Everglades

Foto: Florida Museum of Natural History / Kristen Grace

Der Tigerpython ist für das Verschwinden von mehr als 90 Prozent einiger Säugetierarten in den Sümpfen Floridas verantwortlich, darunter Luchse und Opossums, wie eine im Januar veröffentlichte Studie ergab. Die Forscher lieferten damals drei Gründe, warum sie die Schlangen für die Tierverluste verantwortlich machen: Der Beginn des Rückgangs deckt sich mit dem Zeitpunkt der Einführung der Pythons. Wo die Schlangen schon lange durch den Nationalpark kriechen, sind die Verluste besonders hoch. Und die verschwundenen Tiere sind nachweislich Nahrung der Räuber.

Die Pythonschlangen wurden vor etwa drei Jahrzehnten eingeschleppt. Viele wurden als Haustiere gehalten. Ausgesetzte oder versehentlich freigelassene Pythons fanden in den Everglades ein neues Zuhause und vermehrten sich dramatisch. Experten schätzen ihre Zahl nun auf mehr als 10.000. Vor 25 Jahren gab es nur wenige Exemplare, berichtete Krysko. "Nun kann man jeden Tag in den Everglades einen Tigerpython sehen. Wir haben einmal 14 an einem einzigen Tag gefunden."

Florida hat mittlerweile die Haltung und den Transport von Tigerpythons ohne behördliche Genehmigung verboten. Außerdem wurden die Schlangen zum Abschuss freigegeben: In bestimmten Regionen dürfen Menschen die Würgeschlangen jagen. Eine weitere Verbreitung wird sich aber kaum verhindern lassen, fürchten Experten wie Gordon Rodda von der US-Behörde für Geologie. "Es gibt kein Beispiel dafür, dass eine nichteinheimische Art wie der Tigerpython von Menschenhand ausgerottet werden konnte", sagte er.

mbe/dpa