Fossiles Laub Prähistorischer Klimawandel verwandelte Flora
Um fünf bis zehn Grad Celsius stieg die Temperatur damals an, von einem regelrechten "Sprung" sprechen Wissenschaftler. Eine Gruppe Forscher um Scott Wing vom Smithsonian Museum of Natural History in Washington untersuchte nun versteinerte Blätter aus dieser Phase, die Fachleute Paläozän-Eozän termales Maximum (PETM) nennen. Dass das PETM die Fauna der Erde drastisch veränderte, war bekannt, bislang war man aber davon ausgegangen, dass die Flora kaum von der Temperaturveränderung beeinflusst wurde.
Fossile Blätter: 55 Millionen Jahre altes Laub
Nun berichten Wing und seine Kollegen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" (Bd. 310, S. 993) von einer ganzen Reihe von Veränderungen in der Pflanzenwelt durch den prähistorischen Klimawandel. Etwa 400 Pflanzenfossilien aus dem heutigen US-Staat Wyoming untersuchte das Team, und fand "große und schnelle" Auswirkungen - wobei "schnell" eine Veränderung innerhalb von 10.000 Jahren bezeichnet. Aus dem Süden des amerikanischen Kontinents, aus dem Osten und sogar aus Europa wanderten neue Arten nach Nordamerika ein, während ortsansässige Pflanzen parallel bestehen blieben. Einzelne Arten reagierten unterschiedlich. So veränderte sich bei manchen Pflanzen etwa die Größe ihrer Blätter.
Das PETM sei ein "wichtiges Analogon" zum heutigen, vom Menschen verursachten Klimawandel, schreiben die Forscher, denn in beiden Episoden seine nach ihren Erkenntnissen vergleichbare Mengen an Kohlenstoff freigesetzt worden, und auch das Ausmaß der Klimaveränderung sei ähnlich. Die teils dramatischen Veränderungen im Pflanzenbewuchs, die man in der Studie nachgewiesen habe, sei Möglicherweise ein Modell für die Veränderungen, die der Welt von heute durch den Klimawandel bevorstünden.