Frankreich: "Mini-Tsunami" erschreckt Badegäste in Marseille - DER SPIEGEL
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Frankreich "Mini-Tsunami" erschreckt Badegäste in Marseille

In Frankreich wurden Badegäste von einem seltenen Naturschauspiel überrascht. Am Strand von Marseille zog sich das Meer plötzlich um 20 Meter zurück. Ein Forscher vermutet dahinter ein "Mini-Tsunami", ausgelöst von einem Unterwasser-Erdrutsch.
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Die Strandbesucher in Marseille staunten nicht schlecht: Wer eben noch im Wasser geplanscht hatte, stand plötzlich auf dem Trockenen. Das Meer hatte sich in Windeseile um etwa 20 Meter zurückgezogen. Im Sporthafen Pointe Rouge sei der Wasserstand für eine halbe Stunde um etwa einen halben Meter gesunken, teilte die Feuerwehr von Marseille mit.

Der Meeresforscher Claude Millot vom Forschungszentrum CNRS erklärte das Phänomen mit einem unterseeischen Erdrutsch, der eine Flutwelle, ein so genannter Tsunami, ausgelöst haben könnte. Sie habe dann das Wasser vom Ufer abgezogen.

Tsunamis treten vor allem in Ostasien nach unterseeischen Erdbeben auf. Wenn sich in solchen Fällen das Wasser zurückzieht, ist es für die Menschen höchste Zeit, das Weite zu suchen. Denn schon kurze Zeit später kann sich scheinbar aus dem Nichts eine gewaltige Wasserwand auftürmen, die alles unter sich begräbt. Auf hoher See sind Tsunamis kaum zu erkennen. Erst in flachen Küstengewässern bauen sie sich zu ihrer beeindruckenden Größe auf.

Die Riesenwellen kommen auch in Europa vor. 1979 löste ein Erdrutsch von 0,15 Kubikkilometern Masse bei Nizza ein Tsunami aus, der elf Menschen tötete.