Gorillas Handy-Alarm im Dschungel
Das seltene Mineral ist nach dem explosionsartigen Absatz der Handys noch begehrter geworden, der Preis dadurch in die Höhe geklettert. Immer mehr Bergarbeiter, Händler und deren Gefolge engen den Lebensraum der Menschenaffen noch mehr ein. Mit den Einnahmen aus der Mineraliengewinnung wird der grausame Bürgerkrieg im Osten des Kongos finanziert.
Eigentlich hatte es zuletzt Grund für verhaltenen Optimismus gegeben. Im umkämpften Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und dem Kongo hatte sich der Bestand der Berggorillas trotz der Bürgerkriegsunruhen erstaunlicherweise etwas erholt. Grund dafür ist die Bedeutung der gewaltigen Primaten für den Tourismus. Richtig aufmerksam auf das Leben der Gorillas hatte die Forscherin Dian Fossey gemacht, deren Leben später in dem Hollywood-Streifen "Gorillas im Nebel" verfilmt wurde.
Im Gegensatz zu ihren Brüdern aber wird die größere und imposantere Unterart, der östliche Flachlandgorilla, regelrecht abgeschlachtet. Auf der Suche nach dem wertvollen Columbit-Tantalit sind über 10.000 Menschen in den von der Unesco als Weltnaturerbe ausgewiesenen Kahuzi-Biega Nationalpark eingedrungen. Zur Fleischversorgung werden auch Gorillas getötet. Die einstmals 10.000 Individuen zählende Population im Osten der Demokratischen Republik Kongo (dem ehemaligen Zaire) steht nun vor dem Aussterben.
Gorillas können fast zwei Meter groß werden, die Arme haben eine Spannweite von etwa drei Metern. Die Männchen erkennt man vor allem an ihrem silbergrauen Rücken. Sie können bis zu vier Zentner wiegen, Weibchen bringen es dagegen "nur" auf eineinhalb Zentner.
Alwin Schröder