Indischer Ozean: Piratenjäger sollen Forschern helfen - DER SPIEGEL
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Indischer Ozean Piratenjäger sollen Forschern helfen

Ein weltweites Netz von Messbojen liefert Meeresforschern quasi in Echtzeit wichtige Informationen. Aus Angst vor Piraten konnte es in Teilen des indischen Ozeans aber nicht mehr gepflegt werden. Gut gerüstete Helfer sollen den Wissenschaftlern nun beistehen.
"Argo"-Boje (Archivbild): Im Indischen Ozean sollen Militärschiffe beim Aussetzen helfen
"Argo"-Boje (Archivbild): Im Indischen Ozean sollen Militärschiffe beim Aussetzen helfen

"Argo"-Boje (Archivbild): Im Indischen Ozean sollen Militärschiffe beim Aussetzen helfen

Foto: IFREMER / Mamaca / Dugornay
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Sydney - Mehr als 3300 automatische Treibbojen sammeln Tag für Tag Daten aus den Weltmeeren. Sie tauchen bis zu zwei Kilometer tief in die Ozeane ab und messen Salzgehalt, Temperatur und zum Teil auch den Sauerstoffgehalt des Wassers. Mit den Positionsdaten dieser zwei Meter hohen Geräte können Forscher auch Meeresströmungen sichtbar machen. Allerdings muss das Heer der schwimmenden Beobachtungsstationen regelmäßig gepflegt werden - weil die Bojen in der rauen Meeresumwelt ebenso regelmäßig ihr Leben aushauchen.

Im Indischen Ozean soll das "Argo"-Netz nun mit Hilfe der internationalen Piratenjäger ausgebaut werden. Die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) berichtet, dass insgesamt 19 der Bojen von Militärschiffen Australiens und der USA ausgesetzt werden sollen. Die patroullieren in der Region, um Handelsschiffe gegen Angriffe son Piraten vor allem aus Somalia zu verteidigen. An dem Einsatz beteiligt sich auch die deutsche Marine.

Das Gebiet nördlich von Mauritius sei wegen der Piraten-Aktivität bisher eine Art "No-Go-Area" für die Forscher gewesen, berichtet CSIRO-Forscherin Ann Thresher. Deswegen habe man etwa ein Viertel des Indischen Ozeans nicht mit neuen Bojen versorgen können. Doch nun könne auch dort das Messnetz gepflegt werden. Zwar seien keine Wissenschaftler von Piraten attackiert worden, doch habe man sich eben auch nicht getraut, "Argo"-Bojen in dem Gebiet zu Wasser zu lassen, so Thresher. Nun sollen die Militärs diese Aufgabe in den kommenden sechs Monaten übernehmen.

Normalerweise werden die "Argo"-Bojen von kommerziellen Schiffen oder wissenschaftlichen Expeditionen ausgesetzt. Diesen Weg wollen die Forscher auch weiterhin für die weniger von Piraten bedrohten Bereiche des Indischen Ozeans wählen. Eine südafrikanische Yacht hat im Auftrag der australischen Forscher zuletzt sieben Bojen im Westen des Indischen Ozeans ausgesetzt. Weitere 15 werden in den kommenden Wochen zwischen Mauritius und der australischen Küste zu Wasser gebracht.

chs/AP

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