Intelligente Vögel: Krähen denken wie Primaten - DER SPIEGEL
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Intelligente Vögel Krähen denken wie Primaten

Nicht nur Affen und Delfine, auch Vögel können intelligent sein. Im Hirn von Krähen fanden Forscher erstaunliche Ähnlichkeiten zu Primaten.
Jährliche Denkaufgabe: Den Winter überleben Krähen nur, wenn sie sich an ihre Futterverstecke erinnern (Archiv)
Jährliche Denkaufgabe: Den Winter überleben Krähen nur, wenn sie sich an ihre Futterverstecke erinnern (Archiv)

Jährliche Denkaufgabe: Den Winter überleben Krähen nur, wenn sie sich an ihre Futterverstecke erinnern (Archiv)

Foto: Emily Wabitsch/ DPA
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Krähen gelten als gefiederte Intelligenzbestien. Sie benutzen Werkzeuge, lösen komplexe Aufgaben und sind sogar in der Lage, sich versteckte Zusammenhänge zu erklären. Nun haben Experimente erste Hinweise darauf gegeben, wie das Hochleistungsgehirn der Vögel arbeitet. Müssen diese schwierige Entscheidungen treffen, dann werden in ihrem Gehirn offenbar ähnliche Muster aktiviert wie bei Primaten.

Tübinger Forscher  haben Rabenkrähen (Corvus corone) Gedächtnisaufgaben lösen lassen und erstaunliche Parallelen festgestellt, obwohl das Gehirn von Primaten und Vögeln sonst nicht viel gemein hat. Bislang sei nicht bekannt gewesen, wie die Tiere solche außergewöhnlichen Leistungen hinbekommen, berichten die Wissenschaftler um Lena Veit und Andreas Nieder im Fachblatt "Nature Communications" .

Rabenkrähen gelten als sehr intelligent und sind sogar zu strategischen Entscheidungen in der Lage. Sie seien von Verhaltensbiologen wegen ihrer Intelligenz schon als "gefiederte Primaten" bezeichnet worden, so die Tübinger Forscher.

Trefferquote von fast hundert Prozent

Sie brachten den Tieren bei, am Computer kleine Rätsel zu lösen. Dabei analysierten die Forscher das Gehirn der Vögel. Zunächst mussten sich die Tiere ein Bild anschauen und einprägen. Anschließend wurden ihnen auf einem Bildschirm zwei verschiedene Bilder gezeigt - eines davon hatten sie zuvor gesehen. Je nach Aufgabe mussten sie mit dem Schnabel entweder auf das zuvor eingeprägte Bild zeigen - oder aber genau auf das andere. Trafen sie die richtige Entscheidung, gab es als Belohnung Futter.

Nach einer Trainingsphase lag die Trefferquote bei annähernd hundert Prozent, berichten die Forscher. "Das erfordert höchste Konzentration und eine geistige Flexibilität, die bei weitem nicht alle Tierarten aufbringen können und die selbst für Menschen eine Herausforderung ist."

Die Forscher stellten fest, dass je nach Aufgabe andere Nervenzellen aktiv waren - je nachdem, ob die Krähen das zuvor eingeprägte oder aber das andere Bild auswählen sollten. Das sei eine verblüffende Ähnlichkeit zu Primaten, schreiben die Forscher. Das Ergebnis der Studie biete wichtige Einblicke, wie sich Intelligenz im Laufe der Evolution entwickelt hat.

che/dpa