Islamischer Staat: Brennende Ölquellen - Satellitenbild der Woche - DER SPIEGEL
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Satellitenbild der Woche Die Rauchzeichen des IS

Dichter schwarzer Rauch aus mehreren Bränden zieht über das Land. Im Norden des Irak hat der IS zahlreiche Ölquellen angezündet. Inzwischen sind die Feuer gelöscht, doch Spuren bleiben.
Brennende Ölquellen bei Kajara
Brennende Ölquellen bei Kajara

Brennende Ölquellen bei Kajara

Foto: NASA/ Joshua Stevens
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Für die etwa 15.000 Einwohner der Stadt Kajara war es eine riesige Katastrophe: Kämpfer der Terrororganisation IS hatten vor ihrem Rückzug aus der Region Ölquellen in der Nähe der Stadt angezündet. Die gesamte Stadt im Norden des Irak war mit einer Ascheschicht überzogen, in der Luft lag beißender Gestank.

Die Einwohner litten unter massiven Atemproblemen, brennenden Augen und Hautirritationen. Den Vereinten Nationen zufolge mussten sich wegen giftiger Dämpfe mehr als tausend Einwohner ärztlich behandeln lassen.

Die Ölbrände tobten monatelang. Angaben des kurdischen Fernsehsenders Rudaw  zufolge wurden 18 der insgesamt rund 50 Ölquellen der Gegend in Brand gesetzt. Inzwischen konnten Feuerwehrleute die Flammen löschen. Das zeigen die aktuellen Satellitenbilder des Nasa-Satelliten "Landsat 8".

Brände tobten monatelang

Der IS wollte mit den Bränden den Drohnen und Kampfflugzeugen der vorrückenden Militärallianz die Sicht verschleiern. Kajara liegt rund 50 Kilometer südlich der umkämpften IS-Hochburg Mossul. Im Juni 2014 hatte die Terrormiliz Kajara eingenommen, im vergangenen Jahr eroberten irakische Truppen die Stadt am Tigris zurück.

Im Mai vergangenen Jahres hatten Nasa-Satelliten erstmals Feuer an den Ölquellen entdeckt. Im Juni brachen zeitweilig kleinere Brände aus. Seit Juli 2016 stiegen dann Zahl und Intensität der Feuer dramatisch an.

Satellitenaufnahmen zeigten täglich dichten schwarzen Rauch über dem Kajara-Ölfeld. Erst im April 2017 war es irakischen Brandbekämpfern gelungen, die Feuer zu löschen. Nasa-Satelliten hatten letztmalig am 27. März Hitze und Rauch auf dem Ölfeld festgestellt. Am 4. April meldete das irakische Ölministerium offiziell, dass die Feuer gelöscht seien.

Ruß auf Feldern

Die Satellitenbilder, die "Landsat 8" am 24. Januar und am 19. März aufgenommen hat, zeigen deutlich den Kontrast vor und nach dem Löschen der Brände. Die Falschfarbendarstellungen sind in kurzwelligem und Nah-Infrarotbereich sowie grünem Licht gemacht. So werden die aktiven Feuer in hellem Rot und der Rauch in schwarz dargestellt. In dem Foto vom 29. März ist deutlich das Pflanzenwachstum im Frühling erkennbar.

Fotostrecke

Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Foto: Joshua Stevens/ NASA

Der dicke schwarze Rauch in der Aufnahme vom 24. Januar zieht direkt in Richtung der westlich der Stadt gelegenen Luftwaffenbasis. Die auf dem Bild nicht mehr zu sehende Einrichtung wurde nach der Rückeroberung der Stadt von irakischen und US-amerikanischen Soldaten genutzt. Auf der rechten Bildseite in der Mitte ist die Stadt Kajara zu erkennen, die zwischen Tigris und den Bergen liegt. Südlich davon sind rechteckig angelegte Felder zu sehen. Bei dem auffälligen Quadrat in der Bildmitte handelt es sich um einen Komplex mit mehrstöckigen Gebäuden.

Auf dem Foto vom 29. März ist der dunkle Rauch verschwunden. Am Ufer des Tigris setzt sich die Vegetation durch. Die Einwohner der Stadt werden die Schäden durch die Brände aber wohl noch Jahre spüren. So flossen Tausende Barrel Erdöl in den Tigris, den die Bauern zum Bewässern ihre Felder nutzen. Auf den Äckern um Kajara liegt eine dicke Rußschicht. Unklar ist, wann die Böden wieder genutzt werden können und sich die Natur regeneriert hat.

brt