"Himawari-8": Sturmküche im Fokus
Neuer Wettersatellit Späher der Tropenstürme
35.000 Kilometer über dem Äquator hat der neueste Wettersatellit seine Arbeit aufgenommen. "Himawari-8" (Sonnenblume 8) saust im Dienst der japanischen Wettervorhersage mit knapp 11.000 km/h in Richtung der Erddrehung, sodass er gleich schnell ist wie die Rotation des Planeten - der Satellit bleibt mithin stets über demselben Ort, über Neu Guinea. Über dem Westpazifik hat der Späher das wirbelsturmgeplagte Ostasien, Australien und die Südsee im Fokus.
Dutzende solcher geostationärer, also scheinbar ortsfester Satelliten dienen der Meteorologie und der Kommunikation. "Himawari-8" jedoch punktet mit besonderen Leistungen. Der 3500 Kilogramm schwere und acht Meter lange Kasten soll das Geschehen auf 500 Meter genau darstellen können. Wolken, Luftströmungen oder Partikeldunst zeichnen sich im Detail ab auf den Bildern.
Dienstnachweise
Auch unsichtbare Wetteränderungen wie Wärmestrahlung registriert der neue Wächter der Lüfte, denn er zeichnet wie mancher Vorgänger auch Infrarotwellen auf. Mit Infrarotmessungen wird auch Eis im Meer besser sichtbar.
Jetzt hat er seine ersten Dienstnachweise an die japanische Meteorologiebehörde gefunkt, an die Japan Meteorological Agency JMA. Sogleich kam die größte Wettergefahr der Region vor die Linse: Drei tropische Sturmwirbel zugleich hat der Späher erfasst.
"Himawari-8" umkreist die Erde seit dem 7. Oktober 2014. Nach ausgiebigen Tests ging der Satellit am 7. Juli in Betrieb. Er begründet eine neue Baureihe; nächstes Jahr soll ihm "Himawari-9" folgen.