Japan: Tsunami-Trümmer auf dem Ozean
Katastrophe in Japan Tsunami-Trümmer mitten im Pazifik entdeckt
Honolulu - Verwüstete Städte, mehr als 15.000 Tote, ein havariertes Atomkraftwerk: Das Erdbeben, das am 11. März Japan erschütterte und einen Tsunami auslöste, hatte verheerende Folgen. Jetzt, sieben Monate später, hat ein russisches Schiff mitten auf dem Pazifik Spuren der Katastrophe gefunden.
Wie das International Pacific Research Center der University of Hawaii mitteilte, hat die Besatzung des russischen Schiffs "STS Pallada" Ende September zahlreiche Trümmer entdeckt, die offensichtlich nach dem Tsunami aufs offene Meer getrieben sind. Darunter hätten sich nicht nur kleinere Teile wie ein Fernsehgerät und ein Kühlschrank befunden, sondern auch ein Fischerboot.
Die "Pallada" sei auf dem Weg von Honolulu ins fernöstliche Wladiwostok gewesen, als sie etwa 3100 Kilometer von Japan entfernt auf die Trümmer gestoßen sei. Die Besatzung versuche jetzt, den Besitzer des knapp sieben Meter langen Fischerboots ausfindig zu machen. Vermutlich stamme er aus der Präfektur Fukushima, die am stärksten von dem Tsunami betroffen war.
Die Sichtung von Tsunami-Trümmern sei nichts Ungewöhnliches, teilte die Besatzung der "Pallada" mit: "Wir sehen immer wieder Holzplanken, Plastikflaschen, Bojen von Fischernetzen oder Dinge wie Waschbecken, Trommeln und Boote."
Wissenschaftler der University of Hawaii schätzen, dass die Tsunami-Trümmer in etwa einem Jahr die Strände der nordwestlichen Inseln Hawaiis und in rund drei Jahren die Westküste der USA erreichen werden.