Klima-Hypothese Erde hat eingebauten Hitzeschutz
Vor 180 Millionen Jahren erlebte die Erde einen Hitzeschock. Die Durchschnittstemperatur schnellte um fünf Grad Celsius nach oben. Als Ursache gilt Methangas, das sich in großen Mengen vom Meeresboden löste und in der Atmosphäre zu Kohlendioxid und Wasser wandelte. Das vermehrt vorhandene Treibhausgas veränderte das Klima, Meeresbewohner starben massenhaft aus.
Doch schon nach 150.000 Jahren gingen die Temperaturen auf die ursprünglichen Werte zurück. Das Leben florierte wieder wie zuvor. Britische Geologen der Open University in Milton Keynes glauben jetzt, den Grund für die Erholung der Erdklimas gefunden zu haben.
"Wir haben Beweise dafür, dass in Folge der Erwärmung die Verwitterung von Felsen auf der Erdoberfläche um 400 Prozent zunahm", berichtet Anthony Cohen, Leiter der Studie, die im Fachmagazin "Geology" veröffentlicht wurde (Bd. 32, Nr. 2, S. 157-160). Diese intensive Verwitterung habe die globale Erwärmung gestoppt, weil das zusätzliche Kohlendioxid der Atmosphäre bei chemischen Reaktionen gebunden worden sei.
Starker Regen wusch Mineralien demnach wie Kalzium und Magnesium aus den Felsen und spülte sie ins Meer. Kalzium verband sich beispielsweise mit Kohlendioxid zu Kalziumkarbonat, das kaum wasserlöslich ist und deshalb zu Boden sank. Dieser Prozess verringerte die Treibhausgas-Menge in der Atmosphäre und ließ auch die Temperaturen sinken.
Der Nachweis dieser Vorgänge vor Millionen Jahren gelang den Geologen mit Hilfe einer Isotopenanalyse des Schwermetalls Osmium, das in Felsbrocken aus dem englischen Yorkshire gefunden wurde.
Das Forscherteam um Cohen erhofft sich auch neue Erkenntnisse für aktuelle Klimaerwärmung. "Wenn man versteht, was damals passierte, dann hilft uns das auch künftig." Die globale Erwärmung verändere das heutige Klima, aber die Folgen davon seien sehr schwierig vorherzusagen.
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Cohen verwies auf gigantische Kohlenstoffvorräte von 14.000 Gigatonnen, die als Methan im Eis der Ozeane eingeschlossen seien. Wenn die Temperaturen auf der Erde einen kritischen Punkt überschritten, könne das Methan plötzlich freigesetzt werden und wie vor Millionen Jahren einen Hitzeschock verursachen.
"Wir haben an den Felsen gesehen, wie die Erde langfristig eine globale Erwärmung bekämpfen kann", sagt der Geologe. Man müsse aber noch herausfinden, ab welchem Punkt dies geschehe und wie lange es dauere, den Konflikt zu lösen.