Klimawandel: Steter Tropfen schreibt Geschichte - DER SPIEGEL
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Klimawandel Steter Tropfen schreibt Geschichte

Das Klima Asiens war in den vergangenen Jahrtausenden mehreren abrupten Veränderungen ausgesetzt: 300 Meter unter der Erde sind Forscher nun auf ein detailliertes Klimaarchiv gestoßen, das den Wechsel sehr genau dokumentiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Tropfstein in der chinesischen Dongge-Höhle hat Geologen die Jahrtausende alte Monsungeschichte Asiens offenbart. In dem mehr als drei Meter langen Stalagmiten sind, wie Forscher aus China und den USA nun im Fachmagazin "Science" berichten, mehr als 160.000 Jahre alte Klimainformationen gespeichert.

Ein wichtiger Fund, denn die Geschichte des Klimas ist oft schwer zu erfassen. Viele natürliche Klimaarchive sind zeitlich nicht sehr genau, andere geben nur Auskunft über eine ganz bestimmte Region oder sind schlichtweg unzuverlässig. Als bislang beste Datenspeicher haben sich Bohrkerne aus dem ewigen Eis erweisen.

Die jedoch sind nur nahe der Pole oder in großen Höhen zu finden, wo die Luft bereits ziemlich trocken ist. Somit fehlt ein zuverlässiger Indikator der Luftfeuchtigkeit, mit dessen Hilfe die Geschichte des regenreichen Monsuns besser verstanden werden könnte.

Mit dem rund 20 Zentimeter dicken chinesischen Stalagmiten glaubt das Forscherteam um Daoxian Yuan, nun genau diesen Zusammenhang gefunden zu haben: Während seines Wachstums hat der Tropfstein kontinuierlich das Verhältnis verschiedener Ausprägungen des Elements Sauerstoffs gespeichert. Diese so genannten Isotope verraten dabei viel über die Niederschlagsmengen zu verschiedenen Zeiten.

So haben sich die Klimaaufzeichnungen in den letzten 160.000 Jahren mehrmals schlagartig verändert. Innerhalb von weniger als 200 Jahren setzte beispielsweise eine lang anhaltende Monsunperiode ein, die anschließend genau so schnell wieder verschwand. Offensichtlich hängt der Wandel mit einer variierenden Sonneneinstrahlung zusammen. Auch Veränderungen in den Luft- und Meeresströmungen könnten zu dem Klimawechsel beigetragen haben.

Die Forscher wollen nun die Erkenntnisse aus der Dongge-Höhle mit der Klimageschichte aus Bohrkernen vergleichen - in der Hoffnung, dadurch mehr über die Ursachen globaler Klimaveränderungen zu erfahren.