Koalas: Mit den Wäldern sterben auch sie - DER SPIEGEL
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Koalas Mit den Wäldern sterben auch sie

Mehr als ein Kilogramm Eukalyptusblätter vertilgt der Koala jeden Tag. Doch langsam wird für den australischen Ureinwohner die Nahrung knapp.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein halbes Gramm schwer, nackt, blind, taub und nicht einmal zwei Zentimeter lang. So sieht ein Koala aus, wenn er nach sieben Wochen Tragzeit geboren wird. Wirklich zu sehen bekommt man das Baby allerdings erst nach fünf bis sechs Monaten, wenn es den nach hinten offenen Beutel der Mutter verlässt.

Mühsam ernährt sich der Koala - und wählerisch ist er dabei auch noch. Rund drei Pfund Eukalyptusblätter stopft das flauschige Zwölf-Kilo-Knäuel täglich in sich hinein. Von den 350 Eukalyptusarten bekommen ihm jedoch höchstens 20, denn viele Eukalyptusarten enthalten Blausäure in ihren Blättern.

Der eingeschränkte Speiseplan ist auch das große Problem dieses australischen Ureinwohners mit der dicken Nase. In 80 Jahren fiel sein Bestand von zwölf Millionen auf 100.000. Grund: 80 Prozent der Eukalyptuswälder wurden in dieser Zeit abgeholzt.

Tagsüber sitzen Koalas meist in einer Astgabel hoch über dem Boden. Erst abends werden sie aktiv, aber auf den Boden kommen sie auch dann nur selten. So niedlich der Koala auch aussieht, das Vorbild für den nach Theodore Roosevelt benannten Teddy-Bären war entgegen allgemeiner Annahme nicht er, sondern der amerikanische Schwarzbär (Baribal).

Dominik Baur