Muskel-Modell T-Rex war ein miserabler Läufer
Hollywood-Regisseure müssen möglicherweise umdenken: Berechnungen zufolge war der Tyrannosaurus rex kein guter Läufer. Wie zwei US-Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" berichten, hätte der fürchterliche Jäger lächerlich große Beinmuskeln benötigt, um seinen enormen Körper auf Sprinttempo zu beschleunigen.
John Hutchinson und Mariano Garcia von der Universität of California in Berkeley hatten mit Hilfe eines mathematischen Modells errechnet, wie viel Muskelmasse verschieden große Tiere mindestens zum Laufen benötigen. In dem Modell verknüpften die beiden Wissenschaftler zahlreiche Parameter, etwa die Position der Gliedmaßen, die Länge der Muskelfasern und die geschätzte Muskelmasse.
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Mit seinen rund sechs Tonnen Körpergewicht, so das Resultat der Forscher, hätte der Tyrannosaurus mehr als 80 Prozent seiner Masse in die Beinmuskulatur investieren müssen, um schnell laufen zu können - ganz offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Die Plausibilität ihres Modells überprüften die Wissenschaftler, indem sie es auf lebende Tierarten übertrugen. Beim schnell laufenden Huhn zum Beispiel beträgt der Anteil der Beinmuskulatur 17 Prozent des Körpergewichts. Bei schwereren Geschöpfen wächst die benötigte Muskelmasse jedoch rapide an: Nach den Berechnungen müsste ein hypothetisches Sechs-Tonnen-Huhn je 99 Prozent seiner Gesamtmasse für die Muskeln eines Beins aufwenden, um rennen zu können.
Das Ergebnis der beiden Forscher müsse aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass sich der Tyrannosaurus nur von Aas ernährt hat, meint Andrew Biewener von der Harvard University in einem Begleitkommentar. Auch die Schrittgeschwindigkeit des langbeinigen Raubsauriers könnte nach Ansicht des Biologen gereicht haben, um schwerfällige Beutetiere zu erlegen.
Seit langem herrscht unter Experten Uneinigkeit darüber, ob aufrecht gehende Saurier tatsächlich laufen konnten - und wenn, wie schnell. Erst kürzlich hatten britische Forscher für die urtümlichen Zweibeiner ein Sprinttempo von bis zu 30 Stundenkilometer ermittelt. In einer ebenfalls in "Nature" veröffentlichten Studie berief sich das Team auf versteinerte Saurier-Fußspuren, die ihrer Ansicht nach den Übergang vom Gehen in einen Laufschritt dokumentieren.