Neue Saurierart Fleischfressender Koloss entdeckt
Stephen Brusatte ist Student an der britischen Universität Bristol. Für seine Master-Arbeit befasst er sich mit Fossilien. Seit einiger Zeit hat er besonders Dinosaurier-Fundstücke im Blick, die der US-Forscher Paul Sereno vor zehn Jahren in der Iguidi-Region des afrikanischen Landes Niger entdeckt hat. Nun kann Nachwuchswissenschaftler Brusatte mit einer Erfolgsmeldung aufwarten, wie sie nur den wenigsten Forscher gelingt: Er hat eine eigene Saurierart entdeckt.
Der Brite hat die Fundstücke aus Niger, unter anderem mehrere Teile des Schädels und des Unterkiefers eines Dinosauriers, mit Knochenfunden aus dem Saharasand von Marokko verglichen. Dabei ergaben sich so viele Unterschiede, dass Brusatte nun in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Vertebrate Paleontology" über die Entdeckung der neuen Art berichten kann.
Die nun auf den Namen Carcharodontosaurus iguidensis getaufte Art muss wahrhaft furchterregende Exemplare hervorgebracht haben, die vor 95 Millionen Jahren durch Afrika streiften: Die ausgewachsen etwa 13 Meter lange Schreckens-Echse riss ihre tierische Beute mit Zähnen auseinander, die etwa so groß waren wie Bananen. Sie steckten in einem Schädel, der 1,75 Meter lang war - und damit so groß wie ein erwachsener Mensch. Damit gehört der Dinosaurier zu den größten Fleischfressern, die jemals lebten.
Brusatte glaubt, dass die Saurier aus Marokko durch die Folgen des Klimawandels von ihren Kollegen in Niger getrennt wurden. Zu dieser Zeit hätten auf der Erde besonders hohe Durchschnittstemperaturen geherrscht. Dadurch habe auch der Meeresspiegel besonders hoch gelegen, mit der Folge, dass beide Sauriergruppen durch flache Meere voneinander getrennt worden seien. Auf diese Weise, so sagt der Brite, hätten sich in den Regionen zwei Saurierarten parallel entwickelt.
chs/dpa