Orang Utans Jahrzehnte einsam im Dschungel
Die Forscherin untersucht seit 30 Jahren das Leben der orangefarbenen Urwaldzottel auf Borneo. Wenn der Mensch seinen gelassenen Verwandten verlöre, so findet Galdikas, verlöre er auch einen Teil von sich selbst.
Orang Utans haben zu 97,5 Prozent das gleiche Erbgut wie der Mensch. Wer sie beobachtet, könne auch sich selbst und seine Rolle in der Natur besser verstehen. Doch wie lange der Mensch diese Möglichkeit noch hat, ist mehr als fraglich.
Galdikas befürchtet, dass es in zehn bis zwanzig Jahren überhaupt keine Wildpopulationen von Orang Utans mehr geben wird. Wegen der hohen Lebenserwartung der Tiere könnten sich jedoch noch jahrzehntelang einsame alte Tiere durch den Urwald hangeln, bis auch die letzten ihrer Art in Freiheit ausgestorben sind.
Bis in die sechziger Jahre hinein wurden viele Orang-Utan-Mütter getötet, um an ihre Jungen zu kommen und diese an Zoos zu verkaufen. Seither haben vor allem die Abholzung des Regenwaldes für Holz- und Palmölplantagen den Bestand der Primaten stark verringert. Und Orang Utans kommen seit der indonesischen Wirtschaftskrise erneut auf den Markt, diesmal jedoch vor allem für reiche indonesische Angeber aus Wirtschaft, Lokalpolitik und Militär.
Orang Utans - der Name ist malayisch und bedeutet "Dschungel-Mensch" - sind nach den Gorillas die zweitgrößte Primatenart. Sie leben alleine, in Paaren oder in Kleinfamilien und sind sowohl am Boden als auch hoch in den Bäumen aktiv. Sie fressen vor allem Früchte und Blätter, vergreifen sich gelegentlich aber auch an Eiern und Vögeln.
Dominik Baur