Ozonloch: Katastrophe abgemildert? - DER SPIEGEL
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Ozonloch Katastrophe abgemildert?

Die Menschheit ist nach Ansicht des Wuppertaler Klimaexperten Hans-Jochen Luhmann nur haarscharf einer Katastrophe durch die Zerstörung der Ozonschicht entgangen.
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Wuppertal - Die Folgen des jahrzehntelangen Ausstoßes von Ozonkillern - etwa in Form einer erhöhten Hautkrebsrate - werden aber frühestens in etwa 100 Jahren überwunden sein», sagte der Wissenschaftler vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in einem dpa-Gespräch. Die Vereinten Nationen haben Montag, den 16. September zum "Tag zum Schutz der Ozonschicht" ausgerufen.

Eine weltweite Schädigung der Ozonschicht im Ausmaß des antarktischen Ozonlochs sei zwar abgewendet worden, sagte Luhmann. Ihre vollständige Erholung in den nächsten 50 Jahren sei aber keineswegs sicher. "Ob und wann wir zum Ausgangszustand der Ozonschicht zurückkommen, hängt vom Erfolg der Klimapolitik ab." Dazu müssten in Deutschland die Treibhausgas-Emissionen um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 gesenkt werden, wie von der Enquete-Kommission des Bundestages empfohlen. Der Treibhauseffekt verstärke die ozonzerstörende Wirkung des Chlors in der oberen Atmosphäre.

Dem Ozonloch-Entdecker Joe Farman vom britischen Antarktis- Forschungsinstitut zufolge könne die erhöhte UV-Strahlung etwa bis zum Jahr 2050 auf das Niveau der 70er Jahre sinken, erklärte Luhmann. Zeitverzögert sei mit einer Erhöhung der Hautkrebsrate zu rechnen, die um 30 bis 40 Jahre versetzt ansteige und erst bis 2100 wieder abflache. Die Ozonschicht schützt Lebewesen auf der Erde vor der energiereichen ultravioletten (UV) Strahlung der Sonne.