Start von Arktis-Expedition "Polarstern" soll ein Jahr im Packeis festfrieren
Eisbrecher "Polarstern" auf einer Forschungsfahrt
Foto: Stefanie Arndt / picture alliance / dpaDas Eis der Arktis interessiert Forscher schon lange. Vor allem Klimawissenschaftler überwachen die Bewegungen der Eismassen und die Temperaturentwicklungen. Denn die Region verändert sich seit Jahrzehnten stark und hat sich von allen Erdregionen am stärksten erwärmt.
Um die Prozesse der Eisdrift besser verstehen zu können, wollen sich Wissenschaftler an Bord des Forschungsschiffs "Polarstern" ein Jahr lang im Packeis festfrieren lassen und durch die Zentralarktis driften. Die "Mosaic"-Expedition unter der Leitung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) gilt als eine der wichtigsten der vergangenen Jahre.
Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in der Lloyd-Werft bricht der Eisbrecher am Samstagabend in Richtung Arktis auf. In Bremerhaven wurde die "Polarstern" für die extremen Bedingungen der Expedition fit gemacht. Nun fährt das Schiff nach Tromsø in Norwegen, hier werden letzte Vorbereitungen getroffen und weitere Messgeräte installiert.
Die 140 Millionen Euro teure Expedition Richtung Norden beginnt dann am 20. September. Sie führt das Team von Norwegen entlang der sibirischen Küste Richtung Pol. Vor Ort werden Messungen im Meerwasser, im Eis und in der Atmosphäre vorgenommen.
Von Februar bis Juni ist die zentrale Arktis eigentlich per Schiff kaum zu erreichen - auch Eisbrecher scheitern dann. Die "Polarstern" soll ohne eigenen Antrieb über die Polkappe treiben - nach dem Vorbild der Reise des Norwegers Fridtjof Nansen mit dem Segelschiff "Fram" vor rund 125 Jahren.
Beim ersten und letzten Abschnitt der Reise wird das Schiff von anderen Eisbrechern mit frischen Lebensmitteln und Treibstoff versorgt. Zudem soll auf dem Eis eine Landebahn gebaut werden - später ist geplant, die "Polarstern" per Flugzeug zu versorgen und Forscher ein- und auszufliegen.
Voraussichtlich im Juni 2020 wird das Eis das Schiff wieder freigeben. Die "Polarstern" wird sich zu diesem Zeitpunkt irgendwo zwischen Grönland und Spitzbergen befinden. Dann können sich die Forscher auf die wichtigste Arbeit konzentrieren - die Auswertung der vielen Daten.