Rattennachwuchs: Geherzte Babys vertragen mehr Stress - DER SPIEGEL
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Rattennachwuchs Geherzte Babys vertragen mehr Stress

Ratten haben einen lebenslangen Schutz vor Stress, wenn sie in ihren ersten Lebenstagen eingehend gehegt und gepflegt wurden. Wissenschaftler aus Kanada haben herausgefunden, dass sich die mütterliche Fürsorge auf bestimmte Gene auswirkt und die Nachkommen dadurch ausgeglichener sind.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei Stress schüttet das Gehirn bestimmte Hormone aus, die einem Tier helfen, richtig zu reagieren. Sie stärken zum Beispiel den Drang, bei Gefahr wegzulaufen. Langfristig braucht der Körper aber ein System, das die Menge der Stresshormone unter Kontrolle hält.

Bei Ratten wird durch intensive Brutpflege ein Gen aus diesem Kontrollsystem langfristig verändert, schreibt Michael Meaney von der McGill University in Montreal in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience".

Wenn ein Rattenbaby in der ersten Lebenswoche besonders viel gepflegt und abgeleckt wird, steigert sich die Aktivität von einem bestimmten Gen in Gehirn. Dadurch entstehen in einem Teil des Gehirns, dem Hippocampus, so genannte Glukokortikoid-Rezeptoren. Sie sind Teil des Systems, das die Stresshormone kontrolliert.

Rattenbabys, die von ihren Müttern stark umsorgt werden, sind deshalb weniger ängstlich. Wenn sie ausgewachsen sind, sind sie ausgeglichener als Artgenossen, die zu Beginn ihres Lebens weniger mütterliche Fürsorge genießen durften. Außerdem schenken sie ihrem Nachwuchs die gleiche Art der Brutpflege, die ihnen selbst zu Teil wurde.