Raubsaurier Velociraptor hatte Federn
Es sind schlechte Zeiten für den guten Ruf prähistorischer Raubechsen. Zuerst sägte ein britisches Forscherteam am Thron des Tyrannosaurus Rex, indem es ihn als lahme Ente entlarvte - und nun machen Alan Turner vom American Museum of Natural History und seine Kollegen aus dem furchterregenden Velociraptor eine Art Riesenhühnchen.
In "Jurassic Park" waren die Raptoren die eigentlichen Killer - fast mannshoch, mit verschlagenem Saurierblick und messerscharfen Zähnen, blitzschnell und tödlich. Der Raptor aus der Mongolei, den Turner und Kollegen untersuchten, nimmt sich dagegen zierlich und geradezu harmlos aus. Er war 1,5 Meter lang und 15 Kilogramm leicht. Und er war gefiedert.
"Wir haben Ansatzpunkte für Federn am Velociraptor gefunden, und das bedeutet, dass er definitiv Federn hatte", sagte Turner. "Das ist etwas, das wir schon lange vermutet hatten, das aber niemand beweisen konnte." An einem Knochen, der einst das Äquivalent des Unterarms beim mongolischen Raubsaurier bildete, fanden die Forscher eine Reihe kleiner Ausbuchtungen, berichten sie im Fachblatt "Science" (Bd 317, S. 1721). Die Knubbel ähneln jenen, die auch heutige Vögel an ihren Knochen haben. Dort setzen die Federn der Tiere an.
Die vorderen Gliedmaßen der Raptoren waren im Vergleich zu denen eines heutigen Vogels sehr kurz. Trotz seines Gefieders konnte ein Raptor also nicht fliegen. Die Federn hätten möglicherweise andere Funktionen erfüllt, so die Forscher: Schmuck, Abdeckung des eigenen Nests oder Temperaturregulierung. Es könnte auch sein, dass die Echsen ihr Gefieder zum Manövrieren beim schnellen Laufen benutzten.
cis/AP