Riesen-Eisberg löst sich vom Pine-Gletscher - DER SPIEGEL
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Pine-Island-Gletscher Riesen-Eisberg löst sich ab

Ein Eisberg so groß wie die Stadt Hamburg ist in der Antarktis von einer Gletscherzunge abgebrochen. Er treibt nun in der Amundsen-See. Forscher befürchten, dass Eismassen immer instabiler werden könnten.
Brüche im Gletscher: Wissenschaftler der Nasa entdeckten den ersten großen Riss im Eis bereits 2011
Brüche im Gletscher: Wissenschaftler der Nasa entdeckten den ersten großen Riss im Eis bereits 2011

Brüche im Gletscher: Wissenschaftler der Nasa entdeckten den ersten großen Riss im Eis bereits 2011

Foto: DPA/ NASA
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Bremerhaven - Vom längsten und am schnellsten fließenden Gletscher der Antarktis, dem Pine-Island-Gletscher, hat sich eine riesige Fläche Schelfeis abgelöst. Der abgebrochene Eisberg ist mit 720 Quadratkilometern fast so groß wie das Stadtgebiet Hamburgs.

Das berichtete die Eisforscherin Angelika Humbert vom Alfred-Wegener-Institut  in Bremerhaven. Der Eisberg treibe nun in der Amundsen-See. Die Wissenschaftler haben das Naturschauspiel mit Hilfe des Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt verfolgt.

Den ersten Riss in der Gletscherzunge hatten Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa bereits im Oktober 2011 bei einem Überflug entdeckt. Er war damals rund 24 Kilometer lang und 50 Meter breit. "Oberhalb des großen Risses ist der Gletscher zuletzt mit einem Tempo von zwölf Metern pro Tag geflossen", sagt Humbert.

Kein Bote des Klimawandels

Infolge der Risse habe sich schließlich ein riesiger Eisberg von dem Gletscher gelöst. Einen solchen Prozess nennen Experten Kalben. Die Satellitendaten sollen den Forschern helfen, die Mechanismen dieses physikalischen Phänomens zu entschlüsseln.

Dass der Eisabbruch eine direkte Auswirkung des Klimawandels sein könnte, glauben die Wissenschaftler jedoch nicht. Die Bildung von Rissen im Schelfeis und damit auch die Entstehung neuer Eisberge seien natürliche Vorgänge. Da sich die Windrichtungen in der Amundsen-See geändert haben, bringt der Wind nun warmes Meerwasser unter das Schelfeis, so dass es von unten schmilzt.

Würden die großen Eismassen allerdings in Zukunft noch instabiler werden und im Extremfall der gesamte westantarktische Eisschild in den Ozean fließen, könne dies einen weltweiten Meeresspiegelanstieg von mehr als drei Metern zur Folge haben, sagt Humbert.

dal/dpa