Rückzug Japanische Walfänger verlassen antarktische Gefahrenzone
Es sollte ein Test werden: Am Wochenende hat die Besatzung der "Nisshin Maru" ihre Motoren erfolgreich wieder angeworfen. Jetzt hat die japanische Walfangflotte möglicherweise die Fangsaison beendet: "Sie haben sich schon 370 Kilometer von der Gefahrenzone in Richtung Norden entfernt", sagte eine Sprecherin des neuseeländischen Küstenschutzes.
Nach einem Brand auf dem 8000-Tonnen-Flaggschiff der Walfangflotte vor elf Tagen drohte eine Umweltkatastrophe: Die "Nisshin Maru" transportiert 500.000 Liter Schweröl und weitere 800.000 Liter Heizöl. Die Fracht drohte aus dem havarierten Frachtschiff, das sich im sogenannten Ross-Meer in der Nähe von Kap Adare befand, auszutreten. Das Gebiet ist eines der weltweit größten Brutstätten für Pinguine mit rund 250.000 brütenden Paaren. Aus eigener Kraft konnte das Schiff zunächst nicht mehr manövrieren und war zur Stabilisierung zwischen zwei anderen Booten der Flotte vertäut worden.
Die Katastrophe blieb zwar aus - aber Japan will die Jagd auf Wale in diesem Jahr offenbar nicht fortsetzen. Das teilte der neuseeländische Umweltminister Chris Carter am Montag unter Berufung auf Angaben aus Tokio mit. Die neuseeländische Regierungschefin Helen Clark sagte, es sei eine "katastrophale Walfangsaison" für Japan gewesen. Der Vorfall habe Japans Ruf international schwer beschädigt.
Die japanische Flotte wollte bis Mitte März 945 Wale töten. Nach eigenen Angaben betreibt das Land die Jagd auf die Meeressäuger zu wissenschaftlichen Zwecken. Umweltschützer bezeichnen diese Forschung jedoch als Vorwand, die Walfangindustrie am Leben zu erhalten. Das Walfleisch wird in Japan als Lebensmittel verkauft. Seit 1986 gilt ein internationales Walfangverbot.
hei/AP/rtr/dpa