Satellitenbild der Woche: Ein Meer von Öl - DER SPIEGEL
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Satellitenbild der Woche Ein Meer von Öl

Ausmaß einer Katastrophe: Seit Mitte April strömt Öl in den Golf von Mexiko. Ein aktuelles Satellitenbild dokumentiert die Folgen an der Meeresoberfläche. Statt blauem Wasser schwappt nun silbergraue Schlacke bis in die kleinste Bucht.
Ölteppich im Golf von Mexiko: Satellitenbild vom 22. Juni
Ölteppich im Golf von Mexiko: Satellitenbild vom 22. Juni

Ölteppich im Golf von Mexiko: Satellitenbild vom 22. Juni

Foto: AFP / NASA
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Kleines Loch im Meeresgrund - große Wirkung. Am 20. April explodierte die Bohrinsel "Deepwater Horizon", seither strömt aus einem Bohrloch am Meeresgrund in 1500 Meter Tiefe Erdöl in den Golf von Mexiko - etwa zehn Millionen Liter pro Tag. Ein Satellitenbild von dieser Woche zeigt die Folgen: Der silbergraue Ölteppich bedeckt mittlerweile weite Teile des Golfes. Es ist Schätzungen zufolge der größte Ölteppich der Geschichte. Er driftet nun offenbar in den Atlantik.

Das Bild vom 22. Juni stammt vom Nasa-Satelliten Terra. Ein Radiospektrometer an Bord des Satelliten misst einen kleinen Teil der Sonnenstrahlung, die von der Erde reflektiert wird. Die Daten geben Aufschluss über biologische Veränderungen auf dem Planeten.

Fischerei und Strandtourismus in der Region sind weitenteils verboten worden. Viel schlimmer jedoch sind die Folgen für Tiere und Pflanzen: Tausende von Tieren verendeten bereits in der grauen Ölschlacke. Eine ebenso große Ökokatastrophe spiele sich unter der Wasseroberfläche ab, warnen Forscher. Gigantische Ölwolken wabern in der Meerestiefe.

Die Folgen für Dutzende Walarten, Meeresschildkröten und Abertausender weiterer Organismen könnten verheerend sein. Taucher berichten Dramatisches: "Erst sahen wir Öltröpfchen, dann bald gar nichts mehr", berichtet James Cowan, Ozeanograf von der Louisiana State University . Die Ölsuppe in der Tiefe war so dick, dass seine Kameralinse verklebte.

BP müht sich weiterhin, das Ölleck zu schließen. Derzeit versucht die Firma mit einer Kappe das Öl aufzufangen und abzupumpen.Die Katastrophe wird auch für BP bedrohlich: Die offiziellen Ausgaben für die Beseitigung der schlimmsten Ölkatastrophe im Golf von Mexiko liegen jetzt bei 2,35 Milliarden Dollar. Auch Anleger sind besorgt - die Aktie ist so billig wie seit 14 Jahren nicht mehr.

boj