Satellitenbild der Woche Fruchtbare Muster
Kleine gelbe, grüne und braune Rechtecke - so präsentiert sich der Fuciner See dem Betrachter im Weltall. Wie ein mathematisch konstruiertes Muster wirken die Felder, die zu den fruchtbarsten Italiens gehören. Die Italiener sprechen bis heute vom Fuciner See, doch seit fast 150 Jahren gibt es an der Stelle gar kein Wasser mehr, denn der See wurde Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt.
Nicht zum ersten Mal, übrigens. Bereits zu Zeiten des Römischen Reichs wurde das Wasser - zumindest zu großen Teilen - abgeleitet. Der 80 Kilometer von Rom entfernte See ist umgeben von Bergen - er besitzt keinen natürlichen Abfluss. Deshalb schwankte sein Wasserstand ständig, kräftige Regenfälle reichten aus, um am Ufer liegende Dörfer zu überschwemmen. Kaiser Claudius ließ deshalb von 30.000 Arbeitern einen fast sechs Kilometer langen Tunnel graben - die Größe des Sees ging von 140 auf 57 Quadratkilometer zurück.
Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches wurde der mit viel Aufwand gebaute Abfluss vernachlässigt. Sedimente und Vegetation verstopften den Tunnel. Zudem senkte sich der Boden des Sees nach einem Erdbeben um etwa 30 Zentimeter. So füllte sich das Becken im Laufe der Jahrhunderte wieder. Erst 1862 begann man mit der erneuten Trockenlegung.
Das Foto stammt übrigens nicht von einem vollautomatischen Satelliten. Vielmehr war es ein Astronaut an Bord der Internationalen Raumstation ISS, der den einstigen See ablichtete - mit einer professionellen Spiegelreflexkamera, ausgerüstet mit einem 400-Millimeter-Objektiv. Das Foto entstand am 26. Februar 2008 und wurde nachbearbeitet. Mehr Fotos von Astronauten finden Sie auf dem Gateway to Astronaut Photography of Earth der Nasa.
hda