Satellitenbild der Woche: So heiß wie ein Vulkan - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Satellitenbild der Woche: Vulkan-Alarm im Kongo

Foto: Nasa

Satellitenbild der Woche So heiß wie ein Vulkan

Im Osten Afrikas spuckt der Nyamuragira gewaltige Lavafontänen. Auch aus 700 Kilometern Höhe ist das ein beeindruckendes Schauspiel, wie Aufnahmen eines Nasa-Satelliten zeigen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Einer der aktivsten Vulkane Afrikas ist im November 2011 erneut ausgebrochen: der Nyamuragira in der Demokratischen Republik Kongo. Wochenlang schossen bis zu 300 Meter hohe Lavafontänen aus dem Feuerberg. Das Spektakel zog viele Touristen in den Virunga-Nationalpark. Doch seit Anfang Dezember gibt es dort keine Vulkantouren mehr - es sind nicht mehr genug Ranger zur Stelle, um die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten, heißt es im Blog des Nationalparks .

Aus rund 700 Kilometern Höhe lassen sich die Lavaströme weiterhin gut beobachten. Satellitenaufnahmen vom 3. Januar zeigen den 3000 Meter hohen Vulkan und seine Umgebung in Echt- und Falschfarben. Sie stammen vom "Advanced Land Imager" an Bord des "EO-1"-Satelliten der US-Weltraumbehörde Nasa.

Der Erdbeobachter kreist bereits seit mehr als elf Jahren um die Erde. Obwohl seine Mission ursprünglich nur ein Jahr dauern sollte und im Wesentlichen dazu diente, neue Instrumente zu testen, liefert der Satellit immer noch wissenschaftliche Daten aus dem Orbit.

Die Ströme flüssiger Lava, die im nahen Infrarotbereich strahlen, erscheinen in der Falschfarbenaufnahme leuchtend rot - ebenso wie der Lavasee im Krater des nahe gelegenen Vulkans Nyiragongo. Der See staut sich seit Längerem an - es ist nur eine Frage der Zeit, bis die heiße Flut ins Tal stürzt.

Gefährdetes Weltkulturerbe

Auf einem Bild, das die Region in echten Farben zeigt, ist der aktive Lavastrom des Nyamuragira nicht ganz so leicht zu erkennen. Neue Lavaflüsse sind hier dunkelbraun, ältere zeichnen sich in helleren Brauntöten ab. Zusätzlich sind die aus dem Vulkan aufsteigenden Rauchwolken zu sehen.

Der Virunga-Nationalpark in Ostafrika ist nicht nur für seine Vulkane berühmt. Seltene Berggorillas leben hier ebenso wie zahlreiche Flusspferde. Vögel aus Sibirien richten in der Region ihr Sommerquartier ein. Die Unesco führt das rund 7800 Quadratkilometer große Gebiet seit 1994 als bedrohtes Welterbe, auch wegen der spektakulären Vulkane.

wbr