Satellitenbild der Woche Unter dem Vulkan
Satellitenbild der Woche: Ungestümer Vulkan Mayon
Legazpi - Ausnahmezustand auf den Philippinen: Experten erwarten für die nächsten Wochen einen größeren Ausbruch des Vulkans Mayon, südöstlich der philippinischen Hauptstadt Manila. Er ist einer der aktivsten Vulkane der Philippinen. Nach Angaben von Seismologen zeigt er bereits seit Juli außergewöhnliche Aktivität.
Dieses Bild nahm der Nasa-Satellit Earth Observing-1 am 15. Dezember auf. Man sieht eine Aschewolke westlich vom Gipfel. Dunkle Lava oder Schlamm von früheren Eruptionen hat ihre Spuren an der Bergflanke hinterlassen. Eine Schlucht am südöstlichen Hang ist von Lava- und Schlammflüssen blockiert.
Polizei und Armee hatten am Montag damit begonnen, rund 50.000 Menschen in Sicherheit zu bringen, mehr als 30.000 wurden in Schulen untergebracht. Die Evakuierungen würden fortgesetzt und "hoffentlich" bis Freitag abgeschlossen, sagte der Regionalchef der zivilen Sicherheit, Raffy Alejandro. Die Vulkanwarte hatte die Warnstufe für den Mayon erhöht, nachdem Lava ausgetreten war und der Vulkan Aschewolken hoch in die Luft gespuckt hatte.
Und das Schlimmste steht noch bevor: Bei Luftaufnahmen seien zwei Lavadome im Krater des Vulkans entdeckt worden, sagte der Vulkanologe July Sabit. Dies deute darauf hin, dass der Druck im Inneren steige und sich Magma ansammele. "Wenn das weitergeht, wird wahrscheinlich ein Teil der Dome einstürzen und einen größeren Ausbruch auslösen", sagte Sabit. Das bedeutet, dass Zehntausende von Menschen, die bereits aus ihren Häusern in der Nähe des Vulkans auf der Insel Luzon evakuiert wurden, voraussichtlich weitere Wochen in Notunterkünften bleiben müssen. Nach Angaben der Behörden kann - basierend auf früheren Ausbruchserfahrungen - eine vollständige Evakuierung bis zu zwei Monate dauern.
Die Philippinen gehören zum sogenannten Pazifischen Feuerring mit besonders starker vulkanischer Aktivität. Es gibt 22 aktive Vulkane in dem Land. Seit Beginn der Aufzeichnungen brach der Mayon bereits 48-mal aus, zuletzt im Jahr 2006. Trotz der starken Aktivität wohnen viele Menschen in der Gefahrenzone von bis zu acht Kilometern.