Schmutzige Orte 9: Ranipet, Indien - DER SPIEGEL
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Schmutzige Orte 9 Ranipet, Indien

Eine Fabrik, die ihren Abfall ungeschützt in der Landschaft lagerte, hat eine ganze Stadt vergiftet. Die Anlage ist längst geschlossen, doch die Chemikalien bedrohen noch immer die Bevölkerung der Umgebung - bis zu 3,5 Millionen Menschen.
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Ranipet in Indien ist zwar nur eine Stadt mittlerer Größe, doch die Verschmutzung an diesem Ort bedroht weit mehr Menschen als nur die lokalen Einwohner. Eine Fabrik, die Chemikalien für das Gerben von Leder herstellte, hat Industrieabfälle drei bis fünf Meter hoch gestapelt auf einer Fläche von zwei Hektar gelagert. Die Bauern der Gegend beschweren sich über verunreinigtes Wasser, mit dem sie ihre Felder gießen müssen. Bei Hautkontakt verursache es eiternde, schmerzhafte Wunden.

Die Sorge der Behörden gilt dem Grundwasserreservoir unter der Stadt Ranipet. Sickert das Gift auch dort ein und betrifft so den rund 150 Kilometer flussabwärts liegenden Großraum Chennai - den viertgrößten in Indien -, so könnten 3,5 Millionen Menschen betroffen sein.

Im Jahr 1996 wurde die Fabrik geschlossen. Zwei Forschungsinstitute arbeiten daran, die Industriewüste umweltverträglich zu entsorgen.

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