Seepferdchen jagen mit Tarnkappe - DER SPIEGEL
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Langsame Raubfische Seepferdchen jagen mit Tarnkappe

Seepferdchen sind Raubtiere - und die langsamsten Fische der Welt. Auf der Jagd müssen sie deshalb unbemerkt auf einen Millimeter an ihre Beute herankommen. Die Analyse von Videos zeigt jetzt, dass das mit einer Art Tarnkappe gelingt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seepferdchen haben es nicht leicht. Die kleinen Fische gelten als gefährdet, da ihr Lebensraum immer kleiner wird und sie in großen Mengen für Aquarien und als Zutat für die traditionelle chinesische Medizin gefangen werden. Außerdem sind Seepferdchen nicht gerade die Schnellsten. Im Gegenteil, laut dem Guinness-Buch der Rekorde sind sie die langsamsten Fische der Welt.

Dass sie dennoch erfolgreich jagen können, erscheint da beinahe schon unglaublich. Jetzt haben Forscher nach eigenen Angaben herausgefunden, wie das funktioniert: mit einer Art Unterwasser-Tarnkappe. Der Kopf der Meeresbewohner ist so geformt, dass das Wasser knapp oberhalb der Schnauze auch beim Heranpirschen ruhig bleibt und nicht verräterisch aufgewirbelt wird, berichtet ein Team um Brad Gemmell von der University of Texas in Austin im Fachblatt "Nature Communications" .

Die Wissenschaftler stellten die Bewegungen von Zwergseepferdchen (Hippocampus zosterae) am Computer dreidimensional dar. Außerdem analysierten sie die Strömungsmuster rund um ihre Schnauze. Dabei stellten die Forscher fest, dass sich das Wasser in einer Ruhezone oberhalb der stumpfen Schnauze praktisch nicht bewegt. Dadurch nähert sich das Seepferdchen der hochsensiblen und schnellen Beute unbemerkt, um sie dann mit einer schnalzenden Kopfbewegung einzusaugen.

Damit die Jagd erfolgreich ist, muss sich das Seepferdchen aber auch richtig anpirschen. Nur wenn die Beute, zum Beispiel kleine Ruderfußkrebse, genau in der Ruhezone positioniert ist, bleibt das Seepferdchen unbemerkt. Ist es erst einmal auf einen Millimeter an den Krebs herangekommen, ist fast jeder Angriff ein Erfolg.

Zwergseepferdchen leben in Seegraswiesen vor der Ostküste Amerikas. Durch die geringe Strömung in diesem Lebensraum ist die Tarnkappenschnauze besonders wichtig für den Jagderfolg. Die Tiere erreichen eine Größe von etwa 2 bis 2,5 Zentimetern.

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Peru: Pulver von Seepferdchen sollte nach Asien geschmuggelt werden

Foto: ENRIQUE CASTRO-MENDIVIL/ REUTERS
boj/dpa