Seltener Fund Dino-Eier in Mutterleib entdeckt
Zwei versteinerte Eier, die Wissenschaftler im Leib eines Dinosauriers entdeckt haben, geben Spekulationen über die Verwandschaft von Sauriern und Vögeln neues Futter. Der drei bis vier Meter große Oviraptor war offensichtlich unmittelbar vor dem Legen der Eier gestorben, berichtet Tamaki Sato vom Kanadischen Naturmuseum in Ottawa im US-Fachjournal "Science" (Bd. 308, S. 375). Das Tier war im Jahr 2002 in der chinesischen Provinz Jianxi ausgegraben worden.
Saurier-Eier gehören zu den besonders seltenen Funden von Paläontologen. Dass die zwei entdeckten Eier noch im Mutterleib steckten, gilt als Glücksfall. Aus der Tatsache, dass die zwei Eier gleich groß sind, und ihrer Lage folgert das Team von Sato, dass der Oviraptor zwei Eierstöcke und zwei Eileiter gehabt haben muss. Die beiden Eier hätten sich gleichzeitig in jeweils einem Eileiter entwickelt, schreiben die Forscher. Dabei werde auch die harte Schale gebildet. Auch habe kaum mehr als ein Ei pro Eierstock produziert werden können.
Laut Sato ähnelte die Fortpflanzung der Dinosaurier einerseits der von heutigen Reptilien, andererseits der von Vögeln. Reptilien wie etwa Krokodile haben zwei Eierstöcke und legen mehrere Eier kurz hintereinander. Vögel produzieren hingegen immer nur ein Ei; sie besitzen nur einen Eierstock und einen Eileiter. Der Oviraptor konnte höchstens zwei Eier in kurzem Abstand legen - dank seiner zwei Eileiter. Der Eisprung habe so stattgefunden wie bei heutigen Vögeln, sagte Sato. Dies stärke die Theorie, dass Vögel von Dinosauriern abstammen.
Ein früherer Fund eines Oviraptorskeletts in Hockstellung und mit ausgebreiteten Armen auf einem Bodennest mit Eiern hatte bereits darauf hingedeutet, dass diese Raubsaurier ähnlich wie Vögel gebrütet haben.
Oviraptoren hatten sich auf das Ausrauben von Gelegen spezialisiert. Oviraptoridae heißt nichts anderes als Eierdiebe. Mit ihrem vogelähnlichen Schnabel konnten die Saurier leicht Eier öffnen. Sie besaßen einen schlanken Körperbau, drei Finger beziehungsweise Zehen an Armen und Beinen sowie einen langen Schwanz.