Unbekannte Arten: Paradies vor Papuas Küste - DER SPIEGEL
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Unbekannte Arten Paradies vor Papuas Küste

Einen Hai, der auf seinen Brustflossen kriecht, haben Biologen im Westpazifik gefilmt. Sie entdeckten Dutzende neue Arten und sprechen von einem Unterwasserparadies: Dort gebe es mehr Korallen als in der ganze Karibik. Doch Dynamit und Fischerei bedrohen die Vielfalt.
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Ein bunt gefleckter Hai, der auf seinen Brustflossen über den Meeresboden läuft und eine Garnele, die wie eine Gottesanbeterin aussieht - das sind nur zwei der nie zuvor gesehenen Tiere, die ein Forscherteam in den Küstengewässern vor der Insel Papua entdeckt hat. Birds head, also Vogelkopf heißt der nordwestlichste Teil der Insel, der zu Indonesien gehört. In den Gewässern vor dessen Küste fand ein Forscherteam der internationalen Naturschutzorganisation Conservation International eine Artenvielfalt, die Expeditionsmitglied Mark Erdmann als "überwältigend" bezeichnete.

"Es ist einer der überwältigend schönsten Unterwasser-Landschaften auf unserem Planeten", sagte Erdmann. Insgesamt 52 neue Tierarten glaubt sein Team dort gefunden zu haben - ob wirklich alle bislang unentdeckt sind, muss die Fachwelt jetzt prüfen: 24 Fischarten, 20 Korallenarten und acht verschiedene Garnelen sind darunter. Viele dieser Tiere kommen offenbar nur hier vor. Außer ihnen fanden die Wissenschaftler aber auch hunderte Arten, die bereits in anderen Teilen der Welt beobachtet wurden.

Bereits vorher war das Meer am nordwestlichen Ende der indonesischen Provinz Papua für seinen riesigen Artenreichtum bekannt. Dennoch übertreffen die Entdeckungen vor "Birds Head" nach Ansicht der Forscher alles bisher Gesehene: Selbst das berühmte Great Barrier Reef in Australien könnte vom Artenreichtum dieses Gebiets in den Schatten gestellt werden, sagten sie.

Mehr Korallenarten als in der Karibik

Vier mal so viele Korallenarten wie in der gesamten Karibik vorkommen habe man hier auf einer Meeresfläche von nur zwei Fußballfeldern gefunden, sagte Erdmann: "Diese Riffs sind in einem wörtlichen Sinne Arten-Fabriken, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, um sie vor Überfischung und anderen Bedrohungen zu schützen."

Die Gefahren für das neu entdeckte Paradies sind allzu real: Einheimische Fischer gehen mit Dynamit auf Fang und zerstören damit die sensiblen Lebensräume. Zudem plant die indonesische Regierung, den kommerziellen Fischfang in dieser Region auszubauen - in anderen Gewässern der Region gibt es bereits kaum noch Fische.

Conservation International hat daher die indonesische Regierung dazu aufgerufen, zusätzliche Meeresschutzgebiete auszuweisen. In der Hauptstadt Jakarta heißt es, diese Idee werde geprüft. Bisher stehen laut Erdmann nur elf Prozent der besonders artenreichen Gewässer unter Schutz.

akh/AFP/AP

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