Virus-Analyse Forscher vermuten neue Sars-Variante
Peking - Das Gesundheitsamt der Provinz Guangdong berichtete nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Samstag, dass das Virus eine neue Gensequenz habe. "Die Ergebnisse zeigen die Möglichkeit, dass unsere Verdachtsperson mit einem Sars-Corona-Virus infiziert ist, aber unsere Sequenztests zeigen, dass das S-Gen eine neue Sequenz ist, die noch nicht veröffentlicht worden ist", sagte Chen Qiuxia vom Gesundheitsamt.
Auch der führende Sars-Wissenschaftler Chinas, Professor Zhong Nanshan, sagte, die Ergebnisse zeigten die Möglichkeit an, dass das Sars-Corona-Virus eine Variante sei.
Die endgültige Diagnose lasse weiter auf sich warten, weil die Infektionswege und die Ansteckungsgefahr weiter unbekannt seien, sagte Zhong. Die 81 Personen, die in Kontakt mit dem Erkrankten gekommen waren, haben bislang keine Symptome gezeigt. Auch die Untersuchungen in zwei Labors in Hongkong, die in das Netz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingebunden sind, dauern an.
Lob und Tadel von der WHO
Die WHO rechnet zunächst nicht mit einer neuen Krankheitswelle in China. Die Situation in der Stadt Guangzhou, wo der Patient behandelt wird, "scheint derzeit unter Kontrolle zu sein", teilte das WHO-Büro in Peking in einer Presseerklärung mit. In der Erklärung wird die Regierung der betroffenen Provinz Guangdong (Kanton) für ihre Bemühungen ausdrücklich gelobt. Gleichzeitig heißt es darin, mögliche Sars-Fälle müssten noch konsequenter überprüft werden.
Nach der Sars-Epidemie in der ersten Jahreshälfte 2003 war China wegen anfänglicher Vertuschung zahlreicher Fälle und mangelnder Kooperation mit den Nachbarstaaten scharf kritisiert worden. Das jüngste Lob der WHO wurde von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in einem Bericht aufgegriffen: "WHO mit Kooperation Chinas zufrieden", lautete die Schlagzeile.