Vogelgrippe H5N1-Bekämpfung zeigt Wirkung
Paris - Der Rückgang der gemeldeten Erkrankungen bei Vögeln könne ein Zeichen dafür sein, dass das Ende der Epidemie näherrücke, teilte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mit. Allerdings zeigten die anhaltenden Infektionen in den Geflügelbeständen einiger Länder, dass noch keine Entwarnung gegeben werden könne.
Die Veterinärbehörden der meisten Staaten hätten die Ausbrüche erfolgreich bekämpft, hieß es. Weltweit sei die Umsetzung der gemeinsam von der OIE, der Welternährungsorganisation FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO erarbeiteten Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Krankheit verbessert worden.
Die Staatengemeinschaft müsse dennoch die hohen Standards bei den Vorsichts- und Kontrollmaßnahmen aufrechterhalten, betonte OIE-Generaldirektor Bernard Vallat. Die Tierkrankheit grassiere weiterhin in Indonesien, Nigeria und Ägypten und trete zudem in zuvor nicht betroffenen Ländern auf. Bislang wurde nach OIE-Angaben der H5N1-Erregertyp der Vogelgrippe seit 2003 in 59 Ländern gemeldet.
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Rügen wurden seit August 2006 in Europa keine Fälle von hochansteckendem H5N1 bei Wildvögeln mehr festgestellt. Seit dem ersten Nachweis von Influenzaviren des Typs "H5N1 Asia" bei Wildvögeln in Deutschland am 15. Februar 2006 wurden in Deutschland 344 infizierte Wildvögel entdeckt. Aufgrund weitreichender Schutzmaßnahmen sei es aber nur zu einem Ausbruch von Geflügelpest in einem Nutzgeflügelbestand gekommen.
Die Vogelgrippe
Noch im vergangenen Jahr ging nicht nur unter Wissenschaftlern die Angst um, das H5N1-Virus könne auf den Menschen überspringen und eine globale Seuche auslösen. Ende 2006 rechnete mancher Experte damit, dass schon bald auch in Europa wieder neue Infektionen auftreten.
Im April hatte ein internationales Forscherteam das Genom von Viren aktueller H5N1-Ausbrüche sequenziert - und miteinander sowie mit älteren Proben aus Asien verglichen. Das überraschende Ergebnis: Westliche Varianten unterscheiden sich erheblich von ihren Asien-Vorfahren - und infizieren Säugetiere offenbar leichter.
hda/ddp