Walfang Schuppen-Test soll Leben retten
Australische Forscher entwickeln einen Schuppen-Test, der zahlreichen Walen das Leben retten könnte. Mit Hilfe von Hautschuppen ließe sich das Alter der Wale bestimmen und somit beobachten, ob sich die Bestände nach Jahrzehnten kommerziellen Walfangs allmählich wieder erholten oder nicht.
Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature" in seiner aktuellen Ausgabe. Sollte sich diese Methode als erfolgreich erweisen, würde ein wesentlicher Grund - oder wenigstens ein Vorwand - für das Töten von Walen beim sogenannten wissenschaftlichen Walfang wegfallen. Die Zeit dränge, schreibt "Nature" und verweist auf Pläne Japans, das Programm zum "wissenschaftlichen Walfang" auszuweiten.
Das neue Verfahren zur Altersbestimmung wird dem Bericht zufolge in Zusammenarbeit mit Forschern in den USA und in Neuseeland entwickelt. Dabei wird aus den Hautschuppen, die die Wale im Wasser abschütteln, Erbmaterial entnommen. Unter die Lupe kommen dann die Enden der Chromosomen. Diese Telomere werden bei vielen Tierarten mit zunehmender Lebensdauer kürzer.
Demnach könne anhand der Telomer-Länge mittelfristig das Alter eines Lebewesens bestimmt werden. Ob diese Methoden bei den Walen zuverlässig funktioniert, ist laut "Nature" aber noch nicht klar.
Zähne, Ohrenschmalz und Hautschuppen verraten Alter
Dabei könnten Wissenschaftler anhand der Altersbestimmung von Walen beobachten, wie sich die Walpopulationen entwickeln. Auch auf Partnersuche, sonstiges Verhalten und Lebenserwartung der Wale ließe sich damit schließen.
Bei Zahnwalen wie Pottwal und Orca lässt sich das Alter mit Hilfe der Zähne bestimmen. Die zahnlosen Buckel-, Blau- und Finn- und anderen Bartenwalen müssen dagegen seziert werden. Bei ihnen wird das Alter nämlich mit Hilfe der Lagen von Ohrenschmalz bestimmt, die sich ähnlich wie Ringe bei einem Baumstamm entwickeln. Dies geht nur bei toten Tieren. Japan will zu diesem Zweck künftige erstmals Buckelwale jagen. Die seltenen Finnwale stehen schon seit fast einem Jahr auf der Abschussliste der japanischen Flotte, die offiziell auf "wissenschaftlichen Walfang" geht.
"Kommerziellen Walfang in Verkleidung" nannte Greenpeace das japanische Verfahren, denn das Fleisch der bei der Waljagd erlegten Tiere wird nach dem Fang an Restaurants und Großhändler verkauft.
fba/AFP