: Weibchen bilden strategische Allianzen - DER SPIEGEL
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Partnerwahl Albatros-Weibchen bilden strategische Allianzen

Auf Hawaii herrscht Männermangel - zumindest unter Albatrossen. Die Weibchen aber haben sich offenbar einen Trick einfallen lassen: Sie ziehen ihre Jungen gemeinsam auf. Dabei bleiben zwar viele Küken auf der Strecke, doch wer sich dabei gut anstellt, hat am Ende bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt.
Albatros-Kolonie auf den Midway-Inseln: Männchen sind Mangelware
Albatros-Kolonie auf den Midway-Inseln: Männchen sind Mangelware

Albatros-Kolonie auf den Midway-Inseln: Männchen sind Mangelware

Foto: LUCY PEMONI/ ASSOCIATED PRESS
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Bei den Laysan-Albatrossen auf der Hawaii-Insel Oahu sind Paar-bziehungen zwischen Weibchen keine Seltenheit. Da es in der Population einen Mangel an Männchen gibt, tun sich häufig zwei Vogeldamen zusammen, um ein Küken großzuziehen. Ganz freiwillig entstehen diese gleichgeschlechtlichen Paare aber nicht, berichten Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society . Vielmehr versuchten die Weibchen, damit ihre Chancen zu erhöhen, im nächsten Jahr ein Männchen für die Fortpflanzung zu ergattern.

Gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen kommen bei vielen Tierarten vor. Aus evolutionärer Sicht ist das Verhalten schwer zu erklären, da das Paar keinen Nachwuchs zeugen kann. Lindsay Young und Eric VanderWerf von der Pacific Rim Conservation , einer Naturschutzorganisation in Honolulu (US-Staat Hawaii), zeigten nun, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen Teil einer flexiblen Brutstrategie sein können. Sie hatten Tiere einer Kolonie von Laysan-Albatrossen (Phoebastria immutabilis) auf Oahu markiert, ihr Geschlecht bestimmt und dann zehn Jahre lang die Paarbildung beobachtet.

Brutpflege schwächt Weibchen spürbar

Wegen weiblicher Zuwanderung gibt es in der Kolonie einen deutlichen Überschuss an Weibchen. 31 Prozent der Brutpaare bestehen deshalb aus zwei nicht verwandten Weibchen. Die Eier von einem oder beiden Weibchen werden von einem Männchen befruchtet. Dieses beteiligt sich aber nicht an der Aufzucht des Kükens.

Die Forscher stellten fest, dass weibliche Paare deutlich weniger Nachwuchs durchbrachten als gemischte Paare. Die jährliche Produktivität eines Weibchens war in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung um ganze 80 Prozent reduziert.

Die Art der Paarung beeinflusste auch die Überlebensrate der Vögel, berichten die Forscher. Da die Aufzucht von Jungen kräftezehrend sei, hätten solche Vögel eine höhere Überlebensaussicht, die nicht gebrütet hatten oder bei denen das Küken nicht geschlüpft oder früh gestorben war. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren, die ein Jungtier großgezogen hatten, starben mehr Vögel als bei erfolgreichen gemischtgeschlechtlichen Brutpaaren.

Wählerische Männchen

Dies liege wohl daran, dass ein Weibchen nach der Eiablage die erste, dreiwöchige Brutschicht auf sich nehmen muss. Normalerweise übernimmt die das Männchen, damit das Weibchen auf See jagen und so seinen Energievorrat aufstocken kann.

Gelang in einer rein weiblichen Partnerschaft die Aufzucht eines Kükens, bekamen die Mütter im nächsten Jahr gelegentlich einen männlichen Partner, schreiben die Wissenschaftler. Schlug die Aufzucht fehl, klappte das nie. Indem sie ausschließlich die fittesten Weibchen wählten, seien bei den Laysan-Albatrossen die Männchen das "wählerische Geschlecht".

Weibchen "minderer Qualität" würden von ihnen in gleichgeschlechtliche Beziehungen verwiesen. Die Weibchen scheinen mit der Aufnahme einer gleichgeschlechtlichen Beziehung das Beste aus ihrer Situation zu machen. Anstatt gar nicht zu brüten, starten sie zumindest einen Versuch, der zudem ihre Chancen bei der Partnerwahl im nächsten Jahr verbessert.

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che/dpa