Wetter-Bilanz So war der Sommer 2016
Es will schon etwas heißen, wenn die Angler in Saarbrücken-Burbach um 9 Uhr mit dem Fischen aufhören: "In der Gluthitze macht das keiner", sagte Angelsportler Werner Becker am bisher wärmsten Tag des Jahres Ende August. 37,9 Grad - nirgendwo in Deutschland war es diesen Sommer heißer. Doch im Schnitt lag nicht das Saarland im Temperaturranking vorn, sondern Berlin.
Zum Ende des meteorologischen Sommers hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) Bilanz gezogen: Insgesamt waren Juni, Juli und August mit durchschnittlichen 17,8 Grad in Deutschland wärmer als sonst - und trockener. Dieses Jahr fielen 9 Liter weniger Regen als in den Sommern zwischen 1961 und 1990. Dieser Zeitraum wird international zum Vergleich von Wetterdaten genutzt. Sonnenschein gab es genauso viel wie in den Sommern der Referenzperiode.
Berlin führt Sommerranking an
Die folgende Grafik zeigt, in welchem Bundesland es im Schnitt in diesem Sommer am wärmsten war. Berlin führt das Ranking mit 19,4 Grad vor Sachsen-Anhalt und Brandenburg an. Rund 2 Grad frischer war es in Bayern und Schleswig-Holstein. Sie liegen hinten im Ranking der Sommertemperaturen. Zum Vergleich: Der graue Balken ganz unten steht für die Durchschnittstemperatur der Sommer zwischen 1961 und 1990. Mit 16,3 Grad waren diese deutlich kühler als der Sommer 2016.
Die Werte im Diagramm sind Durchschnitte - errechnet aus Messungen des DWD an 2000 Orten. In Sachsen war es relativ warm diesen Sommer: durchschnittlich 18,2 Grad. Trotzdem gab es extreme Wetterlagen: In Carlsfeld im Erzgebirge etwa konnten sich die Menschen bei 1,3 Grad bereits im August an kalte Herbsttage gewöhnen.
Heftige Gewitter und Starkregen gab es auch im bayerischen Simbach am Inn. Anfang Juni regnete es innerhalb von zwei Tagen mehr als 180 Liter pro Quadratmeter - sieben Menschen starben durch eine Flutwelle, mehrere Häuser wurden zerstört.
Zum Vergleich: Im gesamten Sommer fielen in Deutschland durchschnittlich rund 230 Liter auf einen Quadratmeter.
Bayern: viel Regen, viel Sonne
Die Unwetter lassen sich nicht auf den globalen Klimawandel zurückführen, sagen Forscher. Es gibt den Daten zufolge keine erkennbare Zunahme von Starkregentagen in Deutschland.
Der geringste Niederschlag fiel im Sommer in einem Streifen von Nordthüringen bis zur Altmark in Sachsen-Anhalt. Am nassesten war es am Alpenrand zwischen Werdenfelser und Berchtesgadener Land mit bis zu 700 Litern pro Quadratmeter.
Wie Regen und Sonnenschein diesen Sommer auf die Bundesländer verteilt waren, sehen Sie in der Grafik unten. Rechts oben im Diagramm finden sich jene Regionen, die besonders viel Sonne, aber auch Regen verzeichneten.
- In zwei Bundesländern war der Sommer dieses Jahr besonders sonnig: in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg.
- In Sachsen-Anhalt regnete es am wenigsten.
- Nassestes Bundesland war diesen Sommer Bayern. Doch bei fast 310 Litern Regen pro Quadratmeter konnten die Bayern immerhin auch 635 Sonnenstunden genießen.
- Am wenigsten sonnig war es in Nordrhein-Westfalen: Dort ließ sich die Sonne im Schnitt 545 Stunden blicken.
Wenn man nicht auf die Bundesländer schaut, sondern auf einzelne Orte, führt die Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) übrigens das Sonnenranking an.
Doch auch, wenn man Orte statt Bundesländer betrachtet, schneidet Nordrhein-Westfalen unsommerlich ab. Die Regionen, in denen am wenigsten die Sonne schien, liegen teils in NRW, nämlich im Sauerland und in der Eifel.
Wer in NRW noch auf ein paar schöne Tage hofft, kann sich vielleicht damit trösten: Nur für die Meteorologen ist der Sommer schon vorbei. Für sie zählen nur die drei wärmsten Monate zum Sommer. Kalendarisch beginnt der Herbst am 22. September.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, es habe nicht in Bayern am meisten geregnet, sondern in NRW. Wir haben den Fehler korrigiert.