Wissenschaftswunder 2010 Aliens auf Erden, Volkszähler in der Tiefsee
Mono Lake in Kalifornien: Lebensraum für ein fremdartiges Bakterium
Foto: Henry BortmanBlicke weit hinaus ins All, zurück in die Vergangenheit und auf Möglichkeiten der Zukunft: Das Wissenschaftsjahr 2010 hat faszinierende Erkenntnisse gebracht. So hat sich etwa die Sicht auf die menschliche Evolution verändert. Dank der Entzifferung des Erbguts des Neandertalers ist nun ein genauer Vergleich mit dem Homo sapiens möglich. Ein Ergebnis: Es finden sich Spuren des Neandertalers im Genom des modernen Menschen. Entdeckt haben Forscher auch einen zuvor unbekannten Hominiden, der noch vor knapp 50.000 Jahren in Europa lebte: den Denisova-Menschen.
Einen noch weiteren Blick zurück in die Zeit ermöglichte die Arbeit am Kernforschungszentrum Cern, wo die Physiker am Teilchenbeschleuniger LHC erstmals schwere Bleiatome kollidieren ließen, um Zustände wie beim Urknall zu erzeugen. In einem anderen Experiment gelang es, Antiwasserstoff einzufangen. Versuche mit Antimaterie könnten in Zukunft neue Erkenntnisse über die Grundannahmen der modernen Physik liefern.
Was bald noch möglich sein wird, darüber lässt sich angesichts der Forschung von Craig Venter grübeln: Der Gentechnik-Pionier präsentierte die erste synthetische Zelle - ein Schritt hin zu künstlich erzeugten, passgenauen Mikroorganismen mit Eigenschaften, die in der Natur nicht zu finden sind.
Vergangenheit und Zukunft, Weltall und Tiefsee - SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über die faszinierendsten Entdeckungen und Wissenschaftsleistungen des Jahres 2010.