Neue Gentherapie gegen Hautkrebs
Mit einer neuartigen Gentherapie gegen Krebs hat Amerikas umstrittener Tumortherapeut, Steven Rosenberg vom National Cancer Institute in Bethesda (Maryland), erneut für Schlagzeilen und verzweifelte Hilferufe von todkranken Patienten gesorgt. Einem 46jährigen Mann und einer 30jährigen Frau, beide leiden unter einem bösartigen Hautkrebs (malignes Melanom) im Endstadium, wurden bereits vor längerer Zeit Krebszellen entnommen. Im Labor schleusten die Wissenschaftler das Gen in die Krebszellen, das für die Produktion von Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) sorgt. TNF ist ein körpereigenes Hormon, das die weißen Blutkörperchen zu verstärkter Abwehr gegen eine bösartige Geschwulst stimuliert. Die gentechnisch präparierten Krebszellen wurden anschließend vervielfältigt und den beiden Patienten Anfang Oktober gleichsam als Antikrebs-Impfstoff in den Oberschenkel gespritzt. Vom US-Gesundheitsministerium und der Arzneimittelbehörde FDA hat Rosenbergs Team die Erlaubnis für 15 derartige Therapieversuche erhalten, deren Ausgang derzeit noch ungewiß ist. Führende US-Krebsexperten halten den Einsatz der Methode am Menschen für verfrüht. Rosenberg selbst verglich die Behandlung mit den ersten Flugversuchen der Gebrüder Wright.