Nickel vom Acker - DER SPIEGEL
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BERGBAU Nickel vom Acker

• aus DER SPIEGEL 42/2002
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Zur Ernte mit der Mähmaschine über den Acker fahren - so sieht das kanadische Unternehmen Inco die sanfte Zukunft des Nickelbergbaus. Statt kilometertiefe Stollen in die Erde zu treiben, will der zweitgrößte Nickelproduzent der Welt das Schwermetall auf natürliche Art fördern: Eine speziell gezüchtete Variante des Steinkrauts, die besonders viel Metall anreichert, soll es durch die Wurzeln aus dem Boden ziehen. Die geernteten Pflanzen werden getrocknet und zu einer Asche mit bis zu 30 Prozent Nickelanteil verbrannt. Inco hat die kommerzielle Premiere des pflanzlichen Bergbaus - »Phytomining« genannt - auf die indonesische Insel Sulawesi verlegt, wo der natürliche Nickelgehalt der Böden sehr hoch ist. Mit Plänen für eine konventionelle Mine waren die Kanadier dort auf den erbitterten Widerstand der Bevölkerung gestoßen. Dass sich Phytomining auch bei den derzeit niedrigen Nickelpreisen lohnt, hat das US-Landwirtschaftsministerium durchgerechnet: Die Metall-Ernte wäre mehr als 2000 Dollar je Hektar wert - und viele Analysten erwarten, dass Nickel in den nächsten Monaten noch deutlich teurer wird.

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