Palast im Acker - DER SPIEGEL
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ARCHÄOLOGIE Palast im Acker

• aus DER SPIEGEL 24/2000
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Aus krankhafter Angst vor dem Jenseits nahm der Herrscher Abbilder seiner Krieger mit ins Grab. Das zumindest munkelten die Zeitgenossen über die Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China. Bauern entdeckten 1974 beim Brunnenbohren in der Talebene des Gelben Flusses Kaiser Qin Shihuangdis über 8000 Mann starke Ton-Truppe. Seither vermuteten Archäologen unter der Erde nahe der Stadt Xian auch die Reste der Residenz des legendären Regenten, der im dritten Jahrhundert vor Christus lebte. Geophysikern vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gelang es nun, gemeinsam mit chinesischen Kollegen, die bislang völlig unerforschte Kaiserresidenz aufzuspüren. Mit einem Cäsium-Magnetometer schritten sie Planquadrat um Planquadrat des staubigen Ackerbodens ab. Was sie mit Hilfe des Detektors im Erdreich fanden, bestätigt Berichte über die märchenhafte Prachtentfaltung am Hofe des ersten Kaisers: So genannte Magnetogramme zeigen, ähnlich wie Röntgenbilder, Ausmaße und klare architektonische Strukturen eines riesigen Palastes. Die Reste von Pfosten, Mauern und Gruben erstrecken sich vermutlich über eine Fläche von rund 50 Hektar - das entspricht knapp 70 Fußballfeldern. Nur eine Erdpyramide weist oberirdisch auf die Existenz der gigantischen Anlage hin.

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