Produktion von Ewigkeitschemikalien Umweltorganisation fürchtet PFAS-Flut wegen KI-Booms
Microsoft-Datenzentrum in Irland im Februar 2026
Foto: Clodagh Kilcoyne / REUTERSDer Ausbau von KI-Rechenzentren könnte für eine »Flutwelle« sogenannter Ewigkeitschemikalien sorgen, fürchtet die schwedische Umweltschutzorganisation ChemSec. Eine Mehrheit der zehn Chemieunternehmen, die am meisten per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) herstellten, würde die Produktionskapazitäten ausbauen, heißt es in einem Bericht der Organisation . »Die Expansionspläne dieser Unternehmen zeigen, dass wir vor einer neuen Flutwelle von Ewigkeitschemikalien stehen«, zitiert der britische »Guardian« Anne-Sofie Bäckar von ChemSec.
PFAS stecken in vielen Produkten wie Outdoorjacken, Pfannen, Zahnseide oder Verpackungen. Gelangen sie in die Umwelt, bauen sich die Stoffe kaum ab und bleiben praktisch für immer. Sie reichern sich an in Böden, Grund- und Oberflächengewässern und auch im Menschen. Der Mensch nimmt PFAS etwa über Lebensmittel, Trinkwasser oder die Luft auf. Es gibt Hinweise, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sind. Im März empfahl die EU-Chemiebehörde (ECHA) ein weitreichendes Verbot solcher Substanzen.
In der Techindustrie werden PFAS etwa wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften in der Chipproduktion eingesetzt sowie in der Kühlung von KI-Datencentern. Wie der »Guardian« nun berichtet, plant der Konzern Arkema eine neue Produktionsstätte in Kentucky, um den rasant größer werdenden Kühlbedarf der Rechenzentren zu bedienen. Auch die Unternehmen Daikin und Chemours kündigten demnach an, in dem entsprechenden Marktsegment wachsen zu wollen.
Positiv erwähnt ChemSec den deutschen Chemiegiganten BASF sowie 3M. Beide Unternehmen haben einen Ausstieg aus der PFAS-Produktion angekündigt.
Geraten PFAS-Chemikalien in die Umwelt, bleiben sie praktisch für immer. Viele gelten als gesundheitsgefährdend. Doch sie aus dem Trinkwasser zu filtern, wird laut einer Studie zur immer größeren finanziellen Belastung. Warum Versorger vor einer Kostenexplosion warnen, lesen Sie hier .