Poel: Schwimmplattform erreicht Wal – Experten sehen kaum Überlebenschance - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Aktion vor Poel Schwimmplattform bei Wal angelangt – Tier weitgehend regungslos

Der Rettungsversuch für den Wal vor Poel schreitet langsam voran. Inzwischen ist eine Plattform mit Bagger in der Nähe angekommen. Experten sehen kaum Überlebenschancen für das Tier.
Plattform mit Bagger in der Nähe des Wals
Plattform mit Bagger in der Nähe des Wals

Plattform mit Bagger in der Nähe des Wals

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Der Rettungsversuch für den vor der Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwal  schreitet allmählich voran. Am Samstagmittag hat eine Schwimmplattform mit Bagger das Tier erreicht und ankert nun etwa 200 Meter entfernt. Helfer haben außerdem feuchte Tücher auf den Rücken des Wals gelegt, um dessen Haut zu schützen. Eine private Initiative versucht seit drei Tagen, das Tier zurück in die Nordsee zu bringen, obwohl Tierschutzexperten und Wissenschaftlerinnen wiederholt davon abrieten. Demnach sei es das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen.

DER SPIEGEL

Wal am Samstag weitgehend regungslos

Im Gegensatz zu Freitag, als der Buckelwal nach der Annäherung eines Tauchers plötzlich mit starken Bewegungen reagierte, blieb das Tier am Samstag bislang weitgehend regungslos. In regelmäßigen Abständen stieß er eine Wasserfontäne aus. Der Wal liegt inzwischen den 19. Tag an derselben Position in der Wismarer Bucht fest.

Nach früheren Angaben der privaten Initiative sollte zunächst Schlick im Bereich des Wals weggespült werden, um diesen dann mit Luftkissen anzuheben. Unter den Wal sollte dann eine zwischen Pontons – also schwimmende Plattformen – befestigte Plane geführt werden, mit der er am heutigen Samstag gen Nordsee transportiert werden soll. Ob das gelingt, blieb zunächst unklar.

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Das Tier sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass es die Heimreise nicht schaffen werde.

Die Aktion ist eine private Initiative des Mediamarkt-Gründers Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert. Dafür hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch überraschend grünes Licht gegeben. Die Verantwortung für die neue Aktion liege vollständig bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. Lesen Sie hier mehr über den Kreis der Unterstützer.

atr/dpa