Rasende Dampfmaschine - DER SPIEGEL
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MOBILITÄT Rasende Dampfmaschine

• aus DER SPIEGEL 29/2008
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Lake Bonneville, ein ausgetrockneter Salzsee im US-Bundesstaat Utah, zieht schon lange die Tempoverrückten mit ihren diversen Geschossen auf Rädern an. Aber eine rasende Dampfmaschine wurde hier noch nicht gesichtet. Ab dem 25. August ist es so weit: Dann will ein britisches Tüftlerteam um den Ingenieur Glynne Bowsher einen denkwürdigen Weltrekord aufstellen. Das dampfgetriebene Gefährt soll mit etwa 320 Stundenkilometern über die platte Salzfläche fegen. Zwölf kleine Boiler hinter dem Fahrersitz erhitzen das mitgeführte Wasser auf 400 Grad Celsius; der entstehende Dampf dreht unter höllischem Getöse eine Turbine. Der Rekordversuch wird seit Jahren vorbereitet (SPIEGEL 38/2005), technische Probleme verzögerten immer wieder den Start. Aber jetzt sei alles bereit, versichert das Team. Der Rekord soll nicht nur an die große Zeit des Dampfautos erinnern, das noch um 1910 als die überlegene Kraftfahrzeuggattung galt, ehe der Ottomotor es verdrängte. Die Briten wollen vor allem das Dampfmobil als umweltfreundliche Alternative für die Gegenwart ins Spiel bringen; Dampfkessel akzeptieren als Brennstoff auch Holzabfälle oder gedörrte Kuhfladen. Einziger Nachteil: Der Fahrer muss sein Gefährt beizeiten aufheizen.

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