Schlaganfall durch Schnupfenmittel? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 122 / 153

ARZNEIMITTEL Schlaganfall durch Schnupfenmittel?

• aus DER SPIEGEL 44/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Expertengremium hat die US-Arznei-Überwachungsbehörde FDA aufgefordert, einen Hauptbestandteil vieler Appetitzügler, Erkältungs- und Schnupfenmittel zu verbieten. Nach Ansicht der Gutachter erhöht die Substanz Phenylpropanolamin (PPA) vor allem bei jungen Frauen das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Auch in Deutschland ist PPA rezeptfrei erhältlich: Es findet sich in Erkältungs- oder Hustenmitteln wie Basoplex, Contac, Rhinopront oder Wick DayMed. Allein in den USA wurden 1999 etwa sechs Milliarden Einzeldosen PPA-haltiger Medikamente verkauft. Sie verursachen dem Gutachten zufolge zwischen 200 und 500 Schlaganfälle jährlich, meist bei Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren. Die betroffenen Firmen beteuern die Unbedenklichkeit der Mittel. »Bestimmungsgemäß angewendet«, so William Soller, Sprecher einer Produzentenvereinigung, seien es »wirksame und sichere« Produkte.

Zur Ausgabe
Artikel 122 / 153