UMWELT Schmutziges Erbe
Drei Jahrzehnte lang, von 1961 bis 1992, nutzten die mit Atomraketen bestückten U-Boote der U. S. Navy eine Bucht ("Holy Loch") an der Mündung des Clyde-River in Schottland als Stützpunkt. Die schmutzige Hinterlassenschaft dieser Epoche machte, wie aus zwei Berichten von Umweltsachverständigen an das britische Verteidigungsministerium hervorgeht, aus Holy Loch einen der am stärksten belasteten Küstenstriche der Erde. 130 000 Kubikmeter »gefährlichen Mülls« haben die US-Seeleute einfach über Bord gekippt. Ein Viertel der Bodenfläche der vier Kilometer langen und einen Kilometer breiten Bucht ist mit Abfall bedeckt, von Öltonnen über Waschmaschinen bis zu neun Schiffswracks. Die Konzentration an Schwermetallen wie Zink, Chrom oder Nickel im Sediment ist dreimal so hoch wie in anderen britischen Küstengewässern. Eine Bodenprobe enthielt 228 Milligramm der krebserregenden polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe pro Kilogramm Sediment, das Sechsfache der etwa in den Niederlanden zulässigen Konzentration. Die PCB-Konzentrationen lagen bei 864 Mikrogramm pro Kilo Sediment - der bislang höchste weltweit an Küsten gemessene Wert.