INTERNET Schnüffler im Netz
Bislang nutzte er Abhörwanzen und Schuhtelefone, nun steht Amerikas Geheimdienst CIA im Verdacht, das Internet zu unterwandern. Letzte Woche wurden die Schlapphüte als Teilhaber der Software-Firma Safeweb enttarnt. Das Unternehmen vertreibt eine Art digitale Tarnkappe: Wer seine Software »Triangle Boy« benutzt, kann anonym im Netz surfen, ohne dass sich von Dritten nachvollziehen lässt, welche Seiten aufgerufen wurden. Der Chef kann nicht mehr hinter seinen Angestellten herschnüffeln, der Diktator nicht mehr missliebige Internet-Seiten blockieren. Als Safeweb im letzten Oktober an den Start ging, wurde die in Oakland (Kalifornien) ansässige Firma als Kämpfer für Datenschutz und Menschenrechte gefeiert. Umso verwunderlicher, dass der Laden von der CIA unterstützt wird. Über die behördeneigene Risikokapitalfirma In-Q-Tel hat sie sich in das Unternehmen eingekauft. »Wir wollen uns im Netz bewegen können, ohne dass die Leute bemerken, dass wir ein Auge auf sie haben«, gibt ein CIA-Sprecher offen zu. Das »Wall Street Journal« befürchtet Schlimmeres: Der Geheimdienst könnte speziell weiterentwickelte Triangle-Boy-Programme nutzen, um eigene Hacker-Angriffe auf feindliche Rechner zu vertuschen.