AIDS Schweigender Präsident
Thabo Mbeki, Staatspräsident Südafrikas, will sich künftig nicht mehr zur Aids-Problematik äußern - obwohl das Land am Kap wie kaum ein anderes von der Seuche verheert wird: Fast 10 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv; die Hälfte aller Jugendlichen, so eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, wird an Aids sterben. Mbeki will sich mit seinem Schweigen offenbar aus der Schusslinie bringen: Er hat sich international diskreditiert, weil er beharrlich leugnet, dass HI-Viren Auslöser für die Aids-Erkrankung sind. Verantwortlich, so dozierte Mbeki in Verkennung der Fakten, sei vielmehr die Armut. Kürzlich verkündete Mbeki gar, hinter der »HIV macht Aids«-These stecke der US-Geheimdienst CIA, der damit die Profite von US-Pharmafirmen steigern wolle. Fachleute am Kap sind geschockt über Mbekis intellektuellen Amoklauf, aber ebenso über seinen Beschluss, sich künftig zurückzuziehen vom Thema Aids: »Er kann seine Verantwortung als Führer nicht einfach ablegen«, klagt eine Aktivistin.