Raumfahrt Schwere Geburt
Ergebnisse von Tierexperimenten, die in anhaltender Schwerelosigkeit - etwa in der geplanten Raumstation - durchgeführt werden sollen, sind mit irdischen Resultaten nur bedingt vergleichbar. Zu dieser Einsicht gelangten Mediziner nach der Auswertung von Versuchen mit schwangeren Ratten, die US-Astronauten letzten Sommer an Bord der Raumfähre vornahmen. Die trächtigen Versuchstiere, die neun Tage, das entsprach 40 Prozent ihrer normalen Tragzeit, in der Schwerelosigkeit verbracht hatten, nahmen zwar genauso an Gewicht zu und waren gleich lebhaft wie die auf der Erde verbliebenen Kontrolltiere. Aber als die zurückgekehrten Tiere ihre Jungen warfen, war dies mit doppelt so vielen Muskelkontraktionen verbunden wie bei den Daheimgebliebenen. Zudem hatten die Jungen der Raummütter auf der Erde erhebliche Gleichgewichtsstörungen: »Es könnte sein«, so zitiert der New Scientist einen der beteiligten Forscher, »daß es für den, der im Weltraum heranwächst, das beste wäre, für den Rest des Lebens oben zu bleiben.«