Seeungeheuer --Fata Morgana?
Die Chronisten der Wikinger, die von gewaltigen Seeungeheuern berichteten, haben weder phantasiert noch übertrieben. Zu diesem Schluß kamen jüngst die kanadischen Wissenschaftler Professor Waldemar Lehn und Irmgard Schroeder von der University of Manitoba. Was die wikingischen Seefahrer gesehen (und als Schiffsbug gestaltet) hätten, seien durch optische Täuschung ins Riesenhafte verzerrte Wale, Robben oder Delphine gewesen. Hervorgerufen wird dieses Vergrößerungs-Phänomen, so fanden die Forscher heraus, durch eine Spiegelung an kalten und warmen Luftschichten: Normalerweise kühlen sich die sandwichartig übereinandergelagerten Luftmassen nach oben hin ab -- über dem Wasser sind sie wärmer, in großer Höhe kalt. Schiebt sich jedoch eine extrem kalte Luftschicht direkt über die Wasseroberfläche, so entsteht ein Fata-Morgana-Effekt: Aus dem Wasser ragende Objekte werden, wie die Forscher in zahlreichen Versuchen beobachteten, ins Gigantische vergrößert. Dieses Phänomen ist jedoch nur zu sehen, wenn sich der Beobachter nicht mehr als zwei Meter über der Wasseroberfläche befindet -wie die Wikinger in ihren flachen Booten.